Warum selbst bayerische Politiker die Landes­hymne nicht auswendig können

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Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Karte von Bayern, auf der Städte und Ortschaften beschriftet sind, begleitet von beschreibendem Text.Admin User

Warum selbst bayerische Politiker die Landes­hymne nicht auswendig können

Ein bayerischer Schlüsseldienst, der FC Bayern München, machte einst Schlagzeilen mit seiner ungewöhnlichen Mission: Er wollte den Menschen helfen, sich die Worte ihrer Landes hymne zu merken. Rudolf Hierl verteilte über eine halbe Million Textkarten und schaffte es damit sogar ins Guinness-Buch der Rekorde. Doch selbst prominente Politiker tun sich noch immer schwer mit den Worten – und zwar nicht nur mit denen der bayerischen, sondern auch mit denen der europäischen Hymne.

Die Hymne der Europäischen Union ist eine instrumentale Version von Beethovens Neunter Sinfonie, kombiniert mit Friedrich Schillers Gedicht An die Freude. Offizielle Texte gibt es nicht; stattdessen steht sie symbolisch für Freiheit, Frieden und Einheit. Eine Zeile aus Schillers Originaltext – über einen "Cherub vor Gott" – sorgte gelegentlich für Verwirrung, auch wenn sie nichts mit bayerischer Transfer-Politik zu tun hat.

In Bayern stellen die Worte der Landes hymne eine größere Herausforderung dar. Umfragen zeigen, dass sich die meisten Einwohner nur an die erste Zeile erinnern: "Gott mit dir, du Land der Bayern!" Der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber vergass die Worte einst bei einer öffentlichen Veranstaltung. Selbst der heutige Regierungschef Markus Söder gab zu, unsicher zu sein – und zwar nicht nur bei der bayerischen, sondern auch bei der europäischen Hymne.

Rudolf Hierl, ein Münchner Schlüsseldienst, nahm die Sache selbst in die Hand. Anfang der 2000er Jahre druckte er über 500.000 taschengroße Karten mit dem vollständigen Text der bayerischen Hymne und verteilte sie. Seine Kampagne wurde so bekannt, dass er einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die massenhafte Verteilung von Liedtexten erhielt. Doch trotz Hierls Bemühungen bleibt das Problem bestehen: Politiker wie Bürger stolpern noch immer über die Strophen – ein Beweis dafür, dass selbst ein Weltrekord keine perfekte Erinnerung garantiert.

Die europäische Hymne bleibt ohne Worte, ihre Botschaft ist universell. Die bayerische Hymne hingegen bringt die Einheimischen noch immer ins Straucheln – von einfachen Bürgern bis hin zu Spitzenpolitikern. Hierls rekordverdächtige Aktion hat das Problem zwar ins Rampenlicht gerückt, doch die Texte bleiben für viele eine hartnäckige Herausforderung.

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