Rechtsextreme ‚Zentrum Gewerkschaft‘ scheitert mit Einflussversuchen in deutschen Betrieben
Rechtsextreme ‚Zentrum Gewerkschaft‘ scheitert mit Einflussversuchen in deutschen Betrieben
Rechtsextreme Gruppe 'Zentrum Gewerkschaft' versucht Einfluss in deutschen Betrieben zu gewinnen
Die rechtsextreme Vereinigung Zentrum Gewerkschaft, 2009 von Oliver Hilburger gegründet, gibt sich als 'alternative Gewerkschaft', hat aber bisher kaum Fuß fassen können. Aktuell versucht sie mit Infoständen in Hannover und gezielten Aktionen in Volkswagen-Werken an Einfluss zu gewinnen – doch der Erfolg bleibt begrenzt.
Ihr erster Vorstoß datiert auf 2010, als Zentrum bei den Betriebsratswahlen im Daimler-Werk Untertürkheim antrat. Hilburger errang dort ein Mandat und sicherte der Gruppe damit einen ersten, wenn auch kleinen Brückenkopf. Seither verlaufen die Fortschritte zäh: Lediglich ein Vertreter wurde über die Liste von ver.di gewählt – nicht durch eigene Initiativen von Zentrum.
In den Anfangsjahren pflegte die Organisation offen rechtsextreme Verbindungen. 2018 orientierte sich ihr Auftreten stark an der Identitären Bewegung, ihre Botschaften enthielten antisemitische Angriffe auf 'Eliten'. Ab 2022 präsentierte sie sich neutraler, doch die Rhetorik blieb scharf: Die IG Metall wird beschuldigt, mit Arbeitgebern zu kollaborieren und die Belegschaften zu verraten. Zudem leugnet Zentrum den Klimawandel und setzt in ihrer Bildsprache die Symbole der IG Metall gezielt in Kontrast zu progressiven Bewegungen – eine implizite Unterstellung, beide würden gegen die Arbeiter zusammenarbeiten. Trotz solcher Kampagnen bleibt der Einfluss der Gruppe gering. Wie die Kulturwissenschaftlerin Daphne Weber in einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung feststellte, stoßen rechtsextreme Bestrebungen in Betrieben weiterhin auf begrenzte Resonanz – selbst wenn die AfD in Umfragen stark abschneidet. Zentrum selbst besitzt keinen anerkannten Gewerkschaftsstatus, da es nie nachweisen konnte, dass es Arbeitgeber wirksam herausfordern kann. Während die Gruppe auf Konfliktpolitik und symbolische Kämpfe setzt, verhandelt die IG Metall weiterhin konkrete Verbesserungen für ihre Mitglieder durch.
Bisher ist Zentrums Expansion in deutsche Fabriken nur punktuell erfolgreich. Die Strategie, rechtsextreme Parolen mit betrieblichen Unmutsäußerungen zu verknüpfen, hat keine breite Unterstützung erzeugt. Vorerst bleibt der Einfluss der Gruppe auf Einzelfälle beschränkt – ein landesweiter Durchbruch ist nicht in Sicht.
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