09 May 2026, 09:03

Urteil im mysteriösen Verschwinden der Navajo-Ältesten Ella Mae Begay steht bevor

Old postcard showing a Navajo woman and two children weaving on a wooden loom at Hopi House in Grand Canyon, Arizona, with hills and trees in the background and text at the bottom.

Urteil im mysteriösen Verschwinden der Navajo-Ältesten Ella Mae Begay steht bevor

Am Freitag wird Preston Henry Tolth, 26, wegen seiner Rolle im Verschwinden der 62-jährigen Navajo-Ältesten Ella Mae Begay im Juni 2021 verurteilt. Der Fall hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt, da Begays Schicksal bis heute ungelöst bleibt und die Debatte um vermisste indigene Personen erneut in den Fokus rückte.

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Eine Vereinbarung zwischen Tolth und der Bundesstaatsanwaltschaft sieht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren vor – wobei ihm drei bereits verbüßte Jahre angerechnet werden sollen. Doch ob der Deal Bestand hat, entscheidet Bundesrichter Douglas Rayes in Phoenix noch in dieser Woche. Tolth bekannte sich schuldig, Ella Mae Begay beraubt und ihren Pickup gestohlen zu haben. Die 62-Jährige war im Juni 2021 spurlos aus ihrem Zuhause in Sweetwater, Arizona, verschwunden. Der Fall blieb über drei Jahre ungeklärt, während Ermittler nach Hinweisen auf ihr Schicksal suchten.

Ursprünglich hatte ein Richter Tolths Geständnis für ungültig erklärt, nachdem bekannt wurde, dass ein FBI-Agent während des Verhörs Täuschungsmanöver angewandt hatte. Um einen aufwendigen Prozess zu vermeiden, einigten sich die Bundesstaatsanwälte schließlich auf einen Vergleich mit dem Angeklagten. Die Anhörung am Freitag wird nun zeigen, ob Richter Rayes den Deal billigt und damit die endgültige Strafe festsetzt.

Begays Verschwinden steht exemplarisch für das anhaltende Problem vermisster indigener Menschen in den USA. Aktivisten und Angehörige fordern seit Jahren mehr Aufmerksamkeit und Ressourcen für die Aufklärung solcher Fälle, die oft nur unzureichend verfolgt werden.

Mit der Urteilsverkündung gegen Tolth kommt Bewegung in einen Fall, der seit 2021 offene Fragen hinterlässt. Unabhängig vom Ausgang bleibt Begays Schicksal ungewiss – und mit ihm die Forderung nach Gerechtigkeit für indigene Gemeinschaften. Die Entscheidung des Bundesrichters wird nicht nur über Tolths Haftstrafe bestimmen, sondern auch ein Signal im Umgang mit Gewalt gegen indigene Personen setzen. Während der Fall Begay weiterhin viele Rätsel aufgibt, zeigt die Verurteilung zumindest einen ersten Schritt in Richtung juristischer Aufarbeitung.

Sollte der Vergleich gebilligt werden, könnte Tolth nach weiteren zwei Jahren Haft auf Bewährung entlassen werden. Doch für Ella Mae Begays Familie und die Navajo-Gemeinschaft bleibt die Suche nach Antworten weiter unvollendet.

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