Polizistin Marisol: Zwischen Mutterschaft und gefährlichen Einsätzen in Mexiko-Stadt
Paul MüllerPolizistin Marisol: Zwischen Mutterschaft und gefährlichen Einsätzen in Mexiko-Stadt
Marisol Martínez Hernández hat mehr als zwei Jahrzehnte lang versucht, Mutterschaft und eine anspruchsvolle Karriere in der Strafverfolgung unter einen Hut zu bringen. Mit heute 43 Jahren dient sie in der Atenea-Einheit von Mexiko-Stadt – einem spezialisierten Team aus Polizistinnen, das für die Bewältigung öffentlicher Demonstrationen zuständig ist. Ihr Weg begann, als sie mit 23 Jahren Mutter wurde, eine Erfahrung, die sie als die prägendste ihres Lebens bezeichnet.
Zunächst unterbrach Marisol ihre Berufstätigkeit und setzte ihr Studium aus, nachdem ihre älteste Tochter Idrhil zur Welt gekommen war. Doch als ihr Kind erst eineinhalb Jahre alt war, entschied sie sich, die Polizeiakademie zu besuchen. Die Ausbildungszeit gestaltete sich schwierig – ihre Tochter erkrankte schwer, während sie sich noch in der Vorbereitung befand.
Nach ihrem Abschluss wurde Marisol der Schulpolizei im Bezirk Álvaro Obregón zugeteilt, wo sie zwölf Jahre lang blieb. In dieser Zeit kehrte sie an die Universität zurück und schloss neben ihrer Vollzeitstelle ein Jurastudium ab. Später wechselte sie zur Atenea-Gruppe, einer Einheit aus Polizistinnen, die auf den Umgang mit Protesten und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung spezialisiert sind.
Heute arbeitet sie im Schichtdienst: 24 Stunden im Einsatz, gefolgt von 48 Stunden Freizeit – ein Rhythmus, der es ihr ermöglicht, sich um ihre beiden Töchter zu kümmern: Idrhil, mittlerweile 20, und Airyn, 13. Trotz der beruflichen Belastung strebt sie zudem einen Masterabschluss an.
Marisols Karriere umfasst Streifendienst, Einsatz bei Ausschreitungen und kontinuierliche akademische Weiterbildung. Sie bleibt der Atenea-Einheit treu, während sie ihre Kinder großzieht und ihre Ausbildung vorantreibt. Ihre Geschichte steht für die Herausforderungen und Erfolge, Familie und einen anspruchsvollen Beruf unter einen Hut zu bringen.






