Martin La Roche verwandelt den Kunstverein in einen lebendigen **Gedächtnispalast**

Admin User
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Ein Museumsplakette mit Text und Skulpturen darauf.

Martin La Roche verwandelt den Kunstverein in einen lebendigen **Gedächtnispalast**

Vom 28. März bis zum 15. Juni 2025 zeigt der Nassauische Kunstverein Wiesbaden die Einzelausstellung Gedächtnispalast des Künstlers Martin La Roche. Die immersive Schau verwandelt das gesamte Gebäude in ein interaktives Komet der Erinnerungen und lädt Besucher ein, zu erkunden, zu reflektieren und selbst beizutragen. Die offizielle Eröffnung findet am 18. Januar 2026 statt und markiert den Beginn eines einzigartigen künstlerischen Experiments.

La Roches Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen und neun eigenständige Räume, die jeweils ein Kapitel einer größeren Erzählung bilden. Die Reise beginnt im Foyer und führt durch Bereiche wie das Spielzimmer, die Bibliothek und den Videoraum, bevor sie im Museumssaal, dem Farbraum und dem Archiv gipfelt. Der Wintergarten und der Inventarraum runden die Erfahrung ab – jeder Bereich ist darauf ausgelegt, unterschiedliche Facetten des Gedächtnisses wachzurufen.

Statt einer klassischen Präsentation funktioniert Gedächtnispalast als begehbares Internet Archive, in dem Objekte, Klänge und Texte ineinandergreifen. La Roche schöpft Inspiration aus alltäglichen Momenten – aus Kindheit, Verlust und der stillen Schönheit des Gewöhnlichen – und schafft daraus poetische Installationen. Ein Höhepunkt ist das Musée Légitime, ein tragbares Museum, versteckt in 18 Hüten, das 193 Miniaturkunstwerke birgt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Interaktion: Im Wintergarten lagern 192 Objekte in Boxen, die Besucher können sie auswählen und über Postkarten zu eigenen Ausstellungen kuratieren. Das Spielzimmer präsentiert Sandspiel, bei dem Gäste Objekte im Sand anordnen und so eine sich ständig wandelnde kollektive Skulptur formen. Selbst ein Kreuzworträtsel aus der Guardian hat La Roches Herangehensweise geprägt und die vielschichtige, partizipative Struktur der Ausstellung beeinflusst. Indem der Künstler das gesamte Gebäude füllt, verwandelt er den Kunstverein in ein räumliches Modell des Gedächtnisses. Das Ergebnis ist mehr als eine Ausstellung – es ist ein fortlaufender Dialog, der das Publikum einlädt, mitzuwirken, zu hinterfragen und gemeinsam mit der Kunst zu erinnern.

Die Ausstellung läuft bis zum 15. Juni 2025 und bietet eine seltene Gelegenheit, in ein lebendiges Archiv persönlicher und geteilter Geschichten einzutauchen. Durch Objekte, Installationen und die Beteiligung der Besucher verwandelt Gedächtnispalast das Erinnern in eine greifbare, sich ständig weiterentwickelnde Erfahrung. Die offizielle Eröffnung am 18. Januar 2026 wird diese Verbindung von Kunst, Gedächtnis und Interaktion feiern.