02 May 2026, 04:09

Krebsbloggerin Lerchek startet Kosmetikmarke – zwischen Bewunderung und Kritik

Buntes Plakat für das Nationale Krebsinstitut mit fetter weißer Schrift auf blauem Hintergrund, das überlappende Kreisbilder von strahlenden Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien zeigt.

Krebsbloggerin Lerchek startet Kosmetikmarke – zwischen Bewunderung und Kritik

Die Bloggerin Walerija Tschekalina, bekannt unter dem Online-Pseudonym Lerchek, hat trotz ihrer öffentlich thematisierten Krebserkrankung im Stadium 4 eine eigene Kosmetikmarke namens Eyya Skin auf den Markt gebracht. Ihr Vorgehen sorgt für kontroverse Diskussionen: Während einige Follower ihre Widerstandskraft bewundern, hinterfragen andere ihre Beweggründe.

Der Produzent Gera Iwashtschenko äußerte sich kürzlich zu dem Fall und deutete an, dass Tschekalinas öffentliche Strategie über bloße persönliche Erzählungen hinausgehen könnte. Die Bloggerin dokumentiert ihren Kampf gegen den Krebs detailliert – von den körperlichen Veränderungen bis zu emotionalen Tiefschlägen. Diese Einblicke fließen auch in Werbevideos für ihre neu lancierte Hautpflegeserie Eyya Skin ein. Zwar steht sie Rückhalt von Unterstützern, doch Kritiker werfen ihr vor, in manchen Clips „etwas zu sehr auf Mitleid zu setzen“.

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Iwashtschenko bezeichnete Tschekalinas Auftreten als Teil einer durchdachten, globalen PR-Strategie. Besonders auffällig sei ihre Offenheit in Russland, wo Betroffene ähnlicher Schicksale sich meist aus der Öffentlichkeit zurückzögen. Zudem vermutet er, dass sie über ihre wachsende Plattform die finanzielle Absicherung ihrer Kinder langfristig sichern wolle.

Hinzu kommt ein weiterer brisanter Aspekt: Tschekalinas Ex-Mann, Artem Tschekalin, wurde kürzlich wegen Devisenbetrugs zu sieben Jahren Haft in einer Moskauer Strafkolonie verurteilt. Dieses Urteil wirft zusätzliches Schlaglicht auf die öffentliche Debatte um ihre privaten und beruflichen Entscheidungen.

Die Reaktionen auf den Launch von Eyya Skin bleiben gespalten. Einige Follower schätzen ihren Mut angesichts der Widrigkeiten, während Kritiker ihr vorwerfen, ihre Diagnose für Aufmerksamkeit und Verkaufszwecke zu instrumentalisieren. Iwashtschenko warnte, dass eine solche schonungslose Transparenz – obwohl mutig – das Risiko berge, ein Publikum zu verprellen, das von öffentlichen Personen derartige Verletzlichkeit nicht gewohnt ist.

Tschekalina setzt weiterhin auf die Vermischung persönlicher Erzählungen mit Markenwerbung und bleibt trotz ihrer gesundheitlichen Herausforderungen präsent. Die ambivalenten Reaktionen zeigen, wie komplex der Spagat zwischen Krankheit, Geschäft und öffentlicher Wahrnehmung im digitalen Zeitalter ist. Ihre nächsten Schritte dürften die Diskussionen – und die Kontroversen – weiter anheizen.

Quelle