30 April 2026, 04:10

Wie ein Dorf in Baden-Württemberg Deutschlands schnellstes Internet baute

Nahaufnahme eines Glasfaserkabels mit blauen und wei├čen Lichtern auf schwarzem Hintergrund.

Wie ein Dorf in Baden-Württemberg Deutschlands schnellstes Internet baute

Ein kleines Städtchen in Baden-Württemberg hat eines der schnellsten Internetnetze Deutschlands aufgebaut. Hohentengen am Hochrhein bietet seinen Einwohnern und Unternehmen nun Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s – das ist das Zehnfache des bundesweiten Durchschnitts. Den Anstoß für das Projekt gab die Ablehnung eines unzureichenden Angebots eines großen Telekommunikationsunternehmens im Jahr 2006.

Damals lehnte Bürgermeister Martin Benz einen Vorschlag in Höhe von 500.000 Euro eines großen Anbieters ab. Der Deal hätte Hohentengen mit veralteten DSL-Anschlüssen zurückgelassen. Stattdessen beschloss der Gemeinderat kurzfristig, den Aufbau eines eigenen Hochgeschwindigkeitsnetzes zu finanzieren – und bewilligte das Vorhaben in nur zwei Sitzungen.

Das Ergebnis ist ein 90 Kilometer langes Glasfasernetz mit über 10.000 Kilometern Kabel. Die örtlichen Unternehmen MOKO und MKTH GmbH betreiben das Netz und sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Heute nutzen 96 Prozent der Haushalte den kommunalen Breitbanddienst und zahlen dafür 69 Euro im Monat – inklusive Internet, Telefon und Fernsehen.

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Der Erfolg von Hohentengen hat auch benachbarte Regionen aufmerksam werden lassen. Die Gemeinde berät nun den Landkreis Waldshut beim Aufbau eines ähnlichen Hochleistungs-Backbone-Netzes.

Das Projekt hat Hohentengen zu einem der Orte mit dem schnellsten Internet Deutschlands gemacht. Unternehmen und Anwohner profitieren von stabilen 1-Gbit/s-Anschlüssen zu einem festen Monatspreis. Andere Regionen überlegen inzwischen, das selbstgebaute Erfolgsmodell für Hochgeschwindigkeitsinternet zu übernehmen.

Quelle