Wie die WM selbst Fußball-Muffel für Wochen begeistert – und dann wieder loslässt
Paul MüllerWie die WM selbst Fußball-Muffel für Wochen begeistert – und dann wieder loslässt
Fußball bedeutete dem Autor einst wenig. Das Wort „Tor“ sagte ihm kaum etwas, und der Sport spielte in seinem Leben kaum eine Rolle. Doch alle vier Jahre ändert sich das.
Während der Weltmeisterschaft verwandelt sich Berlin in ein riesiges Freiluftstadion. Kioske und Balkone füllen sich mit Flaggen, Schals und Fußball-Devotionalien. Selbst die, die dem Spiel sonst kaum Beachtung schenken, werden zu vorübergehenden Kennern.
Der Autor lässt sich von der Welle mitreißen, besucht ein Public Viewing und beginnt, Spielausschnitte zu verfolgen und über Aufstellungen zu diskutieren. Gespräche, die sonst über das Wetter geführt werden, drehen sich plötzlich um Taktiken und Spielerleistungen.
Doch sobald das Turnier vorbei ist, verfliegt die Begeisterung. Die Dekorationen verschwinden, und das Interesse des Autors am Fußball schlummert weiter – bis zur nächsten WM.
Die Weltmeisterschaft verwandelt Gelegenheitsbeobachter für kurze Zeit in Fans. Einige Wochen lang beherrscht der Sport die Straßen und Gespräche. Dann verraucht die Leidenschaft so schnell, wie sie gekommen ist – bis zum nächsten Turnier.






