Vermisste in Sinaloa: Mütter fordern Gerechtigkeit trotz Regierungswechsel
Paul MüllerVermisste in Sinaloa: Mütter fordern Gerechtigkeit trotz Regierungswechsel
In Culiacán hat die Ankunft einer neuen Gouverneurin wenig dazu beigetragen, den Schmerz der Familien zu lindern, die nach vermissten Angehörigen suchen. An einem Tag, der eher von Protest als von Feierlichkeiten geprägt war, versammelten sich Initiativen, um weitere Maßnahmen zur Aufklärung der Vermisstenfälle zu fordern.
Hunderte Fotos von vermissten Personen säumten am 10. Mai die Stufen der Kathedrale von Culiacán. Blumen wurden danebengelegt, während Familien und Aktivistinnen derer gedachten, deren Schicksal noch immer ungewiss ist. Für die suchenden Mütter war dieses Datum kein Anlass zur Freude – sie nutzten es stattdessen, um Gerechtigkeit einzufordern.
Es folgte ein Marsch von der Kathedrale zum Büro der Staatsanwaltschaft (FGE). Die Demonstrantinnen forderten dringendes Handeln in der Krise der Vermisstenfälle. María Isabel Cruz, Gründerin der Suchhunde-Initiative Guerreras Buscadoras, sprach im Namen der Gruppe und warnte die neu gewählte Gouverneurin Yeraldine Bonilla davor, die Suchbemühungen zu verlangsamen.
Cruz betonte, dass das Leid der „gebrochenen Mütter“ nicht mit einem Regierungswechsel verschwinden werde. Sie forderte Bonilla auf, zu lernen, wie man Suchaktionen richtig unterstützt, und machte deutlich, dass der Kampf nicht an Dynamik verlieren dürfe. Die Botschaft war unmissverständlich: Das Verschwinden ihrer Kinder bleibt ungesühnt – unabhängig davon, wer gerade im Amt ist.
Die Kundgebung endete mit einem direkten Appell an die neue Regierung. Die Familien erwarten von Bonilla, dass sie den Druck auf die Ermittlungen aufrechterhält und ihre Suchaktionen unterstützt. Ohne konkrete Maßnahmen, so ihre Warnung, werde sich die Krise nur weiter verschärfen.






