US-Behörde prüft mysteriöse Todesfälle und Gewaltvorwürfe in ICE-Haftanstalten
Lotta BrandtUS-Behörde prüft mysteriöse Todesfälle und Gewaltvorwürfe in ICE-Haftanstalten
Der interne Kontrollausschuss des US-Heimatschutzministeriums hat zwei neue Untersuchungen zur Behandlung inhaftierter Migranten durch die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE eingeleitet. Diese befassen sich mit dem Anstieg der Todesfälle sowie mit der Einhaltung der Vorschriften zum Einsatz von Gewalt in den Einrichtungen. Eine der Untersuchungen konzentriert sich auf die steigende Zahl von Todesfällen unter ICE-Häftlingen im Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis zum 31. März 2026. Im laufenden Jahr 2026 starben bisher 20 Inhaftierte, weniger als im Vorjahr mit 33 Todesfällen, aber deutlich mehr als 2024, als 11 Fälle verzeichnet wurden. Erst diese Woche verstarb der 63-jährige Mexikaner Félix Alcorta-Rodríguez im Webb County Detention Center in Laredo, Texas.
Die zweite Untersuchung prüft, ob die ICE-Einrichtungen die geltenden Standards für den Einsatz von Gewalt einhalten. Dies folgt auf einen Bericht, der Verstöße gegen diese Regeln in einem Haftzentrum in Louisiana aufdeckte sowie den Tod eines Inhaftierten in Texas. Parallel dazu hat die ICE ihre Richtlinien geändert und meldet Todesfälle nun nur noch, solange sich die Betroffenen in physischer Haft befinden.
Die Abgeordnete Lauren Underwood befragte den Heimatschutzminister Markwayne Mullin zur ‚historisch hohen Sterblichkeitsrate‘ in ICE-Haft. Die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen könnten zu Änderungen führen, wie die Behörde Vorfälle in ihren Einrichtungen künftig verwaltet und dokumentiert. Die beiden Untersuchungen zielen darauf ab, die Ursachen für die hohe Sterblichkeitsrate und mögliche Verstöße gegen Gewaltvorschriften zu klären. Die Ergebnisse könnten konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen und der Transparenz in den ICE-Einrichtungen nach sich ziehen.
