Tante Enso füllt die Supermarkt-Lücken auf dem Land mit Genossenschaftsmodell
Ida SchmitzTante Enso füllt die Supermarkt-Lücken auf dem Land mit Genossenschaftsmodell
Eine neue Supermarktkette schließt Lücken in Deutschlands ländlicher Einkaufslandschaft
Tante Enso, betrieben von der Enso-Genossenschaft, springt dort ein, wo große Händler sich zurückgezogen haben. Mit fast 90 bereits eröffneten Filialen verbindet die Marke traditionelle Nahversorgung mit modernem Einzelhandel – und bietet nicht nur Lebensmittel, sondern auch Gemeinschaftsräume an.
Die Idee zu Tante Enso entstand aus einem einfachen Bedürfnis: In vielen Dörfern und Kleinstädten fehlen Supermärkte in der Nähe. In Orten wie Lemgow war der nächste Laden nach der Schließung der Edeka-Filiale 11 Kilometer entfernt. Als dort eine Tante Enso eröffnete, erhielten die Anwohner wieder einfachen Zugang zu Alltagsgütern.
Die Kette konzentriert sich auf Regionen, die von großen Namen wie Edeka, Rewe und Aldi ignoriert werden. Um eine neue Filiale zu eröffnen, muss ein bestimmter Prozentsatz der Einwohner der Genossenschaft beitreten. Mitglieder erhalten Rabatte und können rund um die Uhr mit einer Tante-Enso-Karte und Selbstbedienungskassen einkaufen. Doch die Läden sind mehr als nur Einkaufsstätten: Sie fungieren als soziale Treffpunkte, bieten regionale Produkte an und schaffen Räume, in denen Menschen zusammenkommen können.
Jetzt sieht Enso die Chance für weiteres Wachstum. Nach dem angekündigten Rückzug von Migros aus Deutschland wurden dessen Tegut-Filialen zum Verkauf angeboten. Enso plant, bis zu 36 dieser Standorte zu übernehmen – die meisten davon in ländlichen Gebieten, wo es kaum Alternativen gibt.
Das Modell von Tante Enso vereint genossenschaftliches Eigentum mit praktischem Einzelhandel. Durch die Fokussierung auf unterversorgte Regionen stellt die Kette die Nahversorgung wieder her und stärkt den lokalen Zusammenhalt. Gelingt die Übernahme der Tegut-Filialen, könnte das Netzwerk bald noch mehr Gemeinden im ganzen Land erreichen.






