Schweizer Pflegedienst schließt Generation Z pauschal von Bewerbungen aus
Miriam AlbrechtSchweizer Pflegedienst schließt Generation Z pauschal von Bewerbungen aus
Schweizer Pflegedienst löst mit Altersdiskriminierung bei Stellenausschreibung Empörung aus
Ein Schweizer ambulanter Pflegedienst hat für Aufsehen gesorgt, nachdem er in einer Stellenanzeige explizit eine gesamte Altersgruppe ausgeschlossen hat. Die Spitex-Filiale "Fit for Care" im Kanton Graubünden suchte ursprünglich eine Teamleitung – doch Bewerber:innen der Generation Z wurden von vornherein abgelehnt. Der Vorfall reiht sich ein in die aktuelle Debatte über Arbeitsmentalität bei jüngeren Beschäftigten.
Daten zeigen, dass die Krankheitstage unter jungen Arbeitnehmer:innen seit 2020 angestiegen sind. Studien deuten jedoch darauf hin, dass das Klischee der "faulen Jugend" nicht haltbar ist.
In der auf jobs.ch veröffentlichten Anzeige wurde eine "Pflegeteamleitung mit Herz und Verstand" gesucht – verbunden mit der deutlichen Bedingung: "Keine Generation Z". Zudem warnte der Text vor einer "Montag/Freitag-Krankmeldungsmentalität", ein Seitenhieb auf häufige Kurzzeiterkrankungen. Auf Nachfrage weigerte sich das Unternehmen, zu begründen, warum jüngere Kandidat:innen pauschal ausgeschlossen wurden.
Laut Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) nehmen Arbeitnehmer:innen Mitte 20 heute fast zwei Wochen pro Jahr krankheitsbedingt frei – ein spürbarer Anstieg seit 2020. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom März 2025 fand jedoch keine Belege dafür, dass die Generation Z weniger leistungsbereit ist als ältere Kolleg:innen.
Die Wortwahl in der Anzeige erinnert an frühere Kritik des Graubündner Hoteliers Ernst "Aschi" Wyrsch, der vor zwei Jahren junge Menschen als "verweichlicht" bezeichnete. Personalverantwortliche verzeichnen zunehmend Spannungen zwischen den Generationen, etwa bei Erwartungen an Präsenz und Einsatzbereitschaft. Nach öffentlichem Protest strich Spitex die umstrittenen Passagen zu Generation Z und Krankmeldungen leise von seiner Website.
Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Konflikte zwischen Arbeitgebern und jüngeren Mitarbeiter:innen über die Unternehmenskultur. Zwar wurde die Anzeige nachgebessert, doch die Diskussion über Fehlzeiten und generationenbedingte Unterschiede bleibt ungelöst. Ob das Unternehmen seine Einstellungspraxis grundlegend ändern wird, ließ Spitex offen.






