08 May 2026, 12:09

Sachsen-Anhalt könnte über die Hälfte aller Krankenhausfälle ambulant behandeln

Detailansicht eines deutschen Krankenhausgebäudes auf einem Plakat mit sichtbaren Fenstern, Türen und Balkonen sowie begleitendem Text.

Sachsen-Anhalt könnte über die Hälfte aller Krankenhausfälle ambulant behandeln

Eine neue Analyse zeigt, dass mehr als die Hälfte der Krankenhausfälle in Sachsen-Anhalt außerhalb stationärer Abteilungen behandelt werden könnten. Die Ergebnisse verdeutlichen eine große Chance, die Kosten zu senken und die Belastung des Gesundheitssystems zu verringern. Gleichzeitig haben steigende Ausgaben und Personalveränderungen eine erneute Debatte über Reformen der Krankenhausfinanzierung ausgelöst.

In Sachsen-Anhalt hätten 57 Prozent aller Krankenhausfälle – etwa 280.000 von 480.000 – ambulant behandelt oder vermieden werden können. Diese Umstellung könnte die Belegungstage um 42 Prozent reduzieren und die Ausgaben um 40 Prozent senken. Besonders groß ist das Potenzial in der Grundversorgung: 58 Prozent der Fälle in der Allgemeinen Inneren Medizin und 63 Prozent der Fälle in der Allgemeinchirurgie wären für eine ambulante Behandlung geeignet.

Seit 2020 geben die Krankenhäuser sämtliche zusätzlichen Personalkosten direkt an die Krankenkassen weiter. Diese Regelung führte zwar zu einem Anstieg des Pflegepersonals, trieb die Ausgaben jedoch stark in die Höhe – von 19,4 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 26,1 Milliarden Euro 2024. Die Einführung von Pflegebudgets hat zwar das Wachstum bei langfristig beschäftigten Pflegekräften gebremst, den Übergang zur ambulanten Versorgung jedoch verzögert. Aufgaben, die früher von Fachärzten übernommen wurden, fallen nun häufig Pflegekräften zu – selbst wenn deren Qualifikation dafür nicht erforderlich ist.

Bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild: In allen 16 Bundesländern könnten mehr als die Hälfte der stationären Fälle außerhalb von Krankenhäusern behandelt werden. Dennoch bleiben die Finanzierungsprobleme bestehen. Die Krankenhäuser fordern derzeit 12 Prozent mehr als im Haushaltsziel für 2025 vorgesehen. Als Reaktion plant die Regierungskoalition, die Steigerung der Pflegebudgets zu begrenzen, um die Finanzen der Krankenkassen zu stabilisieren.

Die Studie unterstreicht eine klare Möglichkeit, die Belastung der Krankenhäuser durch den Ausbau der ambulanten Versorgung zu verringern. Würden die Änderungen umgesetzt, könnten Ressourcen freigesetzt und die Kosten deutlich gesenkt werden. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie die Politik die Begrenzung der Mittel mit dem Bedarf nach effizienter Gesundheitsversorgung in Einklang bringt.

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