Peru streicht Femizide aus dem Strafrecht – Proteste flammen auf
Ein umstrittenes Gesetzesvorhaben in Peru zielt darauf ab, Femizide aus dem Strafgesetzbuch des Landes zu streichen. Der von der evangelikalen Abgeordneten Milagros Jáuregui vorgebrachte Entwurf hat unter feministischen Gruppen und Angehörigen von Opfern Empörung ausgelöst. Demonstrantinnen versammelten sich vor dem Justizpalast in Lima, um die Abschaffung des Gesetzentwurfs zu fordern.
An der Kundgebung beteiligten sich Dutzende Frauen aus feministischen Organisationen wie Manuela Ramos und Flora Tristán. Sie hielten eine Mahnwache ab, skandierten Parolen wie „Es ist kein Mord, es ist Femizid“ und „Ohne Gerechtigkeit gibt es keine Demokratie“. Im Rahmen des Protests wurden Fotos von Femizidopfern gezeigt.
Jáureguis Entwurf schlägt vor, den Begriff Femizid durch „Tötung des Partners“ zu ersetzen. Sie behauptet, die aktuelle Definition sei ideologisch und bewerten Frauenleben ungerechtfertigt höher als das von Männern. Würde das Gesetz verabschiedet, würden Femizidfälle künftig nur noch als einfache oder qualifizierte Tötungsdelikte eingestuft.
Die Kritik fällt scharf aus. Aydeé Suárez, die Mutter des Femizidopfers Teresa Villafuerte, nannte den Vorschlag „abscheulich, grausam, erneut victimisierend und gewalttätig“. Auch die Nationale Koordinatorin für Menschenrechte warnte, die Änderung stelle einen schweren Rückschritt für die Rechte von Frauen dar.
Die Dringlichkeit des Themas ist offenkundig: 2025 wurden in Peru 133 Femizide registriert – im Schnitt elf Fälle pro Monat. Bis Anfang 2026 waren bereits 42 weitere hinzugekommen.
Der Gesetzentwurf wird weiterhin debattiert, doch der Widerstand wächst. Feministische Gruppen setzen die Abgeordneten weiter unter Druck, den Vorschlag abzulehnen. Sollte er verabschiedet werden, könnte die rechtliche Neuregelung die Verfolgung geschlechtsspezifischer Tötungsdelikte in Peru grundlegend verändern.






