07 May 2026, 06:08

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Streife gegen Kriminalität im Netz

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NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Streife gegen Kriminalität im Netz

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenz mit großem Open-Source-Intelligence-Schub aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitale Expertise mit einem massiven Ausbau im Bereich Open Source Intelligence (OSINT). Im Rahmen der Initiative werden Beamte darin geschult, öffentlich zugängliche Daten – etwa aus sozialen Medien – zu sammeln und auszuwerten. Neue Einheiten und spezialisierte Teams sollen die Online-Fähigkeiten der Strafverfolgungsbehörden deutlich verbessern.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat sein OSINT-Team von einst zwei Mitarbeitern zu einer vollwertigen Abteilung mit 16 Spezialisten ausgebaut. Dazu gehören IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Fabian Coenen (42) leitet die Abteilung 22.2, die sich mit politisch motivierter Kriminalität unter Einsatz von OSINT-Methoden befasst.

Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» stellte das LKA zehn neue Beamte ein, sechs davon für Coenens Team. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Behörden sind ebenfalls eingebunden. Diese Einheiten bieten schnelle Unterstützung bei dringenden Einsätzen, die mit dynamischen politischen Ereignissen und nationalen Sicherheitsrisiken zusammenhängen.

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In Köln führt Swen Schubert die größte «Digitale Streife»-Einheit mit 18 Stellen – 16 davon als Fallbearbeiter. Die Ausschreibungen lockten über 60 Bewerber aus ganz Deutschland an. Laura Ellrich (28) stieg 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA ein und arbeitet seit dem vergangenen Herbst im OSINT-Bereich.

Für die Ausbildung dieser Kräfte ist Marc Restemeyer (37) zuständig, Dozent am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Er koordiniert webbasierte Schulungen (WBT) für neues LKA-Personal und Beamte der «Digitalen Streife»-Teams. Das Programm ist auf die vielfältigen Anforderungen der Strafverfolgung im digitalen Zeitalter zugeschnitten.

Der Ausbau markiert einen deutlichen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit neuen Teams, spezialisierten Schulungen und dem Fokus auf OSINT will die Behörde ihre Fähigkeiten zur Überwachung und Reaktion auf digitale Risiken verbessern. Die Initiative spiegelt die größeren Bestrebungen wider, die Strafverfolgung in einer zunehmend vernetzten Welt zu modernisieren.

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