01 May 2026, 06:38

Mexikos Elite-Forschungsinstitut CIDE kämpft um seine akademische Zukunft

Grafik zeigt Bevölkerungsrückgang in Mexiko im Zeitverlauf mit begleitendem erklärendem Text.

Mexikos Elite-Forschungsinstitut CIDE kämpft um seine akademische Zukunft

Mexikos Zentrum für Wirtschaftsforschung und Lehre (CIDE) durchlebt tiefgreifende Umbrüche

In den vergangenen fünf Jahren hat das Centro de Investigación y Docencia Económicas (CIDE) erhebliche Veränderungen in Personalstruktur und Forschungstätigkeit erlebt. Mit einer neuen Führungsriege soll nun gegen gesteuert werden: durch die Wiederherstellung akademischer Stellen und den Abbau prekärer Arbeitsverträge. Interne Prüfungen zeigen jedoch einen drastischen Rückgang der Forschungsprojekte und eine starke Abhängigkeit von Verwaltungsmitarbeitern.

2023 wurden 75 der 176 Dozentenstellen – das entspricht 42 Prozent – für administrative Aufgaben umgewidmet. Dieser Schritt erfolgte vor dem Hintergrund eines massiven Einbruchs der Forschungstätigkeit. Die Zahl der wissenschaftlichen Projekte sank von 82 im Jahr 2018 auf nur noch 6 im Jahr 2023 – ein Rückgang um 92 Prozent. Auch extern finanzierte Forschungsvorhaben brachen ein: von 134 Projekten 2018 auf 16 im Jahr 2023. Der Niedergang begann mit der Auflösung des Fideicomiso de Ciencia y Tecnología des CIDE im Dezember 2021.

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Unter der Leitung von José Antonio Romero Tellaeche folgten weitere Veränderungen, darunter die Schließung des Programms für Drogenpolitik. Wissenschaftler, die Conahcyt-Stipendien innehatten, wurden abberufen, was die akademische Kapazität weiter schwächte. Eine Gewerkschaftsprüfung der Verträge im Jahr 2023 ergab zudem 20 unbesetzte Dozentenstellen – fast 10 Prozent des Gesamtbestands.

Im Januar 2025 legte die Personalabteilung des CIDE einen Dreiphasenplan vor, um die Stellen wieder ihrer ursprünglichen akademischen Bestimmung zuzuführen. Gleichzeitig gerieten Gehaltsunterschiede in die Kritik: Vollprofessoren erhielten ein Bruttogrundgehalt von 45.504 Pesos, während leitende Verwaltungsmitarbeiter 23.049 Pesos bezogen. Die neu ernannte Direktorin, Dr. Lucero Ibarra, treibt nun die Rückführung der akademischen Positionen voran und will die Abhängigkeit von unsicheren befristeten Verträgen beenden.

Mit der Neuausrichtung soll Jahren des Forschungsrückgangs und der Überdehnung der Verwaltung entgegengewirkt werden. Da 75 Dozentenstellen zuvor für nicht-akademische Aufgaben umgewidmet wurden, strebt die Institution nun an, ihren wissenschaftlichen Schwerpunkt zurückzugewinnen. Der Erfolg des Plans hängt davon ab, die vakanten Stellen zu besetzen und die Finanzierung von Forschungsprojekten nachhaltig zu sichern.

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