Merz' Rentenreform: Höhere Beiträge, späterer Ruhestand und mehr Risiko für Geringverdiener
Lotta BrandtMerz' Rentenreform: Höhere Beiträge, späterer Ruhestand und mehr Risiko für Geringverdiener
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Pläne der Regierung bekannt gegeben, alle Vorschläge der Rentenkommission zu übernehmen. Die Reformen zielen darauf ab, das deutsche Rentensystem grundlegend umzugestalten – mit weitreichenden Änderungen bei den Beiträgen und dem Renteneintrittsalter. Die Vorhaben haben eine Debatte über Gerechtigkeit und die finanzielle Absicherung künftiger Rentnergenerationen ausgelöst.
Die Rentenkommission schlägt vor, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils bis zu ein Prozent des Bruttolohns in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge einzahlen. Dieses neue System bietet jedoch keine garantierte Rendite von mehr als drei Prozent pro Jahr. Zudem bleibt es – anders als die bisherige gesetzliche Rente, die sich in den letzten 20 Jahren als stabil und krisenfest erwiesen hat – anfällig für Schwankungen an den Aktienmärkten.
Die Regierung plant außerdem, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, was längere Arbeitszeiten und geringere Rentenauszahlungen zur Folge hätte. Kritiker monieren, dass diese Maßnahme vor allem Geringverdiener hart treffen würde und damit eine Umverteilung von unten nach oben bewirke. Hinzu kommt, dass gesetzlich Versicherte bereits heute eine geringere Lebenserwartung haben als Privatversicherte – eine Kluft, die sich durch die Reform weiter vertiefen dürfte.
Um Altersarmut entgegenzuwirken, soll eine Mindestrente eingeführt werden, die durch erhöhte Bundeszuschüsse finanziert wird. Entgegen anderslautender Behauptungen hat das gesetzliche Rentensystem junge Beitragszahler weiterhin begünstigt: Die Rentenausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sind in den letzten zwei Jahrzehnten sogar gesunken.
Die geplanten Reformen sehen vor, eine kapitalgedeckte Altersvorsorge mit paritätischen Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern einzuführen. Das Renteneintrittsalter steigt mit der Lebenserwartung – eine Regelung, die einkommensschwache Gruppen besonders belasten wird. Eine neue, bundesfinanzierte Mindestrente soll die Armut im Alter verringern.
