"La Parabole du Seum": Ein radikal ehrliches Bühnenstück über Körper und Identität
Ida Schmitz"La Parabole du Seum": Ein radikal ehrliches Bühnenstück über Körper und Identität
„La Parabole du Seum“ – ein mutiges Bühnenwerk über Körper, Identität und Gesellschaft
Ein kühnes neues Bühnenstück mit dem Titel „La Parabole du Seum“ hat Premiere gefeiert, inszeniert von der französischen Künstlerin Rébecca Chaillon. Die Produktion vereint sieben Schauspieler:innen, die sich als fett identifizieren, und verbindet grotesken Humor mit tiefgründiger persönlicher Auseinandersetzung. Der Titel spielt mit den Begriffen „Parabel“ und „Satellitenschüssel“ – ein Wortspiel, das auf vielschichtige Bedeutungen verweist.
Die Aufführung beginnt mit einer ungewöhnlichen Geste: Julie Teuf verteilt Butter an das Publikum. Dieser überraschende Moment setzt den Ton für eine Inszenierung voller Absurdität, etwa wenn sich die Darsteller:innen gegenseitig mit Gelee übergießen. Inspiriert ist das Stück von Octavia Butlers Roman „Parable of the Sower“ („Parabel vom Sämann“) sowie den realen Lebensgeschichten eines Popstars und einer Astrophysikerin aus Chaillons Heimatstadt, einem stigmatisierten Vorort.
Chaillon, die sich selbst als „schwarze, fette, kinderlose, alternde Lesbe“ beschreibt, begleitet die Schauspieler:innen bei der unkonventionellen Erforschung ihrer Körper, Wurzeln und Erfahrungen. Zentrale Themen sind Maßstäbe und Entschuldigung – die Performenden setzen sich mit der wahrgenommenen Provokation ihrer Körper auseinander.
Die Produktion stellt Normen durch körperliche und narrative Experimente infrage. Mit Humor und persönlicher Geschichte konfrontiert sie gesellschaftliche Zuschreibungen. Das Publikum verlässt den Saal mit einem eindringlichen, fast körperlich spürbaren Eindruck der künstlerischen Reisen der Darsteller:innen.






