Hessens neues Kartensystem schränkt Geflüchtete ein – warum Bargeld zum Luxus wird

Admin User
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Mehrere Zelte mit einkaufenden Menschen, mit Gebäuden, Strommasten, Bäumen und Himmel im Hintergrund.

Warum tauschen Wechselstuben Zahlungskarten für Flüchtlinge? - Hessens neues Kartensystem schränkt Geflüchtete ein – warum Bargeld zum Luxus wird

Geflüchtete in Hessen kämpfen mit neuem Zahlungskartensystem – Bargeldzugang stark eingeschränkt

Geflüchtete in Hessen sehen sich mit Problemen durch ein neues Kartensystem konfrontiert, das ihren Zugang zu Bargeld stark beschneidet. Das für Asylsuchende und Menschen mit vorübergehender Abschiebungsaussetzung konzipierte Modell führt zu Umgehungslösungen wie dem Tausch von Lebensmittelgutscheinen gegen Geld. Behörden zufolge gibt es jedoch keine Hinweise auf weitverbreiteten Missbrauch – nur vereinzelte Fälle in Städten wie Gießen und Offenbach.

Die Zahlungskarte sollte die staatlichen Leistungen strenger kontrollieren. Geflüchtete erhalten den Großteil ihrer Unterstützung als Guthaben auf der Karte, während Bargeld auf nur 50 Euro pro Monat begrenzt ist. Das System, das den täglichen Bedarf decken soll, läuft jedoch nicht in allen Kommunen reibungslos – einzig in Hanau funktioniert es wie vorgesehen.

Viele Geflüchtete haben Schwierigkeiten, weil die Karte an Orten, auf die sie angewiesen sind – etwa Flohmärkten oder Secondhand-Läden – nicht akzeptiert wird. Um dies zu umgehen, kaufen einige mit ihrem Kartenguthaben Lebensmittelgutscheine und tauschen diese in lokalen Stellen gegen Bargeld um. In Gießen hat eine solche Tauschstelle seit dem Sommer einen Rückgang der Besucherzahlen um die Hälfte verzeichnet – ein Zeichen dafür, dass weniger Menschen auf diese Lösung angewiesen sind. Kritiker werfen dem System vor, Geflüchteten gezielt das Leben zu erschweren. Hinrich Garms von Offenbach Solidarisch behauptet, sein Zweck sei es, Härten zu schaffen. Das Sozialministerium hingegen erklärt, es habe keine größeren Missbräuche bei den Tauschplattformen festgestellt, beobachte die Lage aber weiter. Aktuell gibt es in Hessen keine offiziellen Programme, die Geflüchteten bei der Barauszahlung von ihrem Kartenguthaben helfen.

Die Karte funktioniert wie eine Debitkarte und ist bundesweit einsetzbar, doch ihre Einschränkungen drängen Geflüchtete in inoffizielle Lösungen. Bei begrenztem Bargeldzugang und lückenhafter Verfügbarkeit bleibt das System umstritten. Die Behörden betonen, sie achten auf Missbrauch – bisher wurden jedoch keine großflächigen Probleme bestätigt.