Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Paul MüllerHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur ersten weiblichen Mitverlegerin ernannt. Sie wird am 1. Januar 2027 in die Chefredaktion eintreten und markiert damit einen historischen Wandel für die traditionell konservative Zeitung. Bubrowski, bekannt für ihre scharfsinnigen Analysen und ihre ausgewogene Art, zählt seit Langem zu den prägenden Stimmen des deutschen Politikjournalismus.
Seit 2013 arbeitet Bubrowski bei der FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Ihre Berichterstattung konzentrierte sich auf Rechtspolitik und die Grünen – Themen, die mit der allmählichen Öffnung des Blattes Richtung gemäßigtes linksliberales Spektrum einhergehen. 2024 erhielt sie für ihren Essay Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde den Theodor-Wolff-Preis, was ihren Ruf weiter festigte.
Die Chefredaktion der FAZ folgt einem ungewöhnlichen Modell: Vier Mitverleger teilen sich die Verantwortung und Aufgaben. Bubrowskis Ernennung ist Teil einer breiteren ideologischen Neuausrichtung, die nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 begann. Drei der vier aktuellen Mitverleger, darunter Carsten Knop, gelten als „Modernisierer“, die die Zeitung schrittweise von ihren konservativen Wurzeln lösen.
Mit ihrem souveränen Auftreten und ihrer wirtschaftsliberalen Haltung ist Bubrowski eine gefragte Gastgeberin in politischen Talkshows. Ihre Berufung unterstreicht die Annäherung der FAZ an den grün-sozialdemokratischen Mainstream und spiegelt den Wandel in den deutschen Medien wider.
Als erste Frau in dieser Position steht Bubrowskis Aufstieg für einen neuen Kurs der FAZ. Ihre Erfahrung in der politischen Berichterstattung und ihre Übereinstimmung mit der sich wandelnden Linie des Blattes deuten auf weitere Veränderungen hin. Die Ernennung tritt 2027 in Kraft – die Chefredaktion wird dann fest in der Hand reformorientierter Persönlichkeiten liegen.






