06 May 2026, 08:25

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname Hass und Solidarität auslöst

Schwarzes und weißes Foto eines alten Berliner Restaurantinnenraums mit Tischen, Stühlen, Blumenvasen, einer Statue im Hintergrund, Wandskulpturen, Pflanzen und Text unten.

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname Hass und Solidarität auslöst

Ein Restaurant in Mainz namens Heimat ist zum Zentrum eines erbitterten Streits geworden. Der Besitzer Veli Ivecen, ein in der Türkei geborener Koch kurdischer Abstammung, eröffnete das Lokal, um deutsche, türkische und kurdische Küche zu vereinen. Statt Lob erntet er jedoch aggressive Anfeindungen – darunter nazistische Beschimpfungen und Vandalismus – wegen des Namens seines Restaurants.

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Ivecen wählte Heimat – deutsch für „Zuhause“ – um einen einladenden Ort für alle Gäste zu schaffen. Er betont, der Name habe keine politische Bedeutung, sondern stehe für Wärme und Geborgenheit. Dennoch werfen ihm Kritiker aus sowohl linken als auch rechten Kreisen verdeckte Absichten vor.

Die Feindseligkeiten eskalierten schnell. Unbekannte beschmierten die Fassade des Restaurants mit dem Spruch „Das hier ist mein Zuhause, nicht deins.“ Ivecen entfernte die Schmierereien, doch die Angriffe reißen nicht ab. Vor dem Gebäude wurde ihm mit dem Hitlergruß gedroht, und sein privater Instagram-Account sowie sein E-Mail-Postfach werden mit hasserfüllten Nachrichten überflutet.

Einige Kritiker stellen sogar infrage, ob türkische und kurdische Aromen in der deutschen Küche etwas zu suchen hätten. Ivecen nimmt sachliche Rückmeldungen zu seinem Essen gerne an, doch die persönlichen Attacken bezeichnet er als inakzeptabel. Anfangs überlegte er, das Restaurant umzubenennen, um die Spannungen zu entschärfen. Mittlerweile ist er jedoch entschlossener denn je, den Namen Heimat beizubehalten.

Auch sein Team wird im Restaurant mit verbalen Angriffen und Konfrontationen konfrontiert. Trotz aller Turbulenzen bleibt Ivecen seinem ursprünglichen Ziel treu: Gerichte zu servieren, die Kulturen verbinden, in einem Ort, an dem sich jeder willkommen fühlt.

Die Kontroverse zwingt Ivecen, sowohl den Namen seines Restaurants als auch das multikulturelle Konzept zu verteidigen. Zwar lädt er nach wie vor zu einer offenen Diskussion über das Essen ein, doch die unerbittliche Feindseligkeit hat seinen Widerstand nur gestärkt. Vorerst bleibt Heimat unter seinem ursprünglichen Namen geöffnet – mit einer Speisekarte, die das Erbe und die Vision des Besitzers widerspiegelt.

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