06 May 2026, 11:02

Gericht stoppt deutsche Grenzkontrollen – doch die Regierung weitet sie aus

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Gericht stoppt deutsche Grenzkontrollen – doch die Regierung weitet sie aus

Die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Luxemburg sind nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz rechtswidrig. Gleichzeitig wächst der politische Widerstand gegen die seit Oktober 2023 geltenden vorübergehenden Kontrollen an den Landgrenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz. Besonders umstritten ist die jüngste Ausweitung der Maßnahmen im Mai 2025 – trotz rückläufiger Asylantragszahlen. Das Verwaltungsgericht Koblenz erklärte die Kontrollen an der deutsch-luxemburgischen Grenze für unzulässig. Damit stellt es sich gegen die aktuelle Grenzpolitik der Bundesregierung, die solche Maßnahmen mit einem anhaltenden Notstand begründet. Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, widerspricht dieser Argumentation: Der Notstand, der die Kontrollen rechtfertige, sei längst vorbei. Stattdessen belasteten die Maßnahmen die Polizeikräfte, schadeten den Beziehungen zu Polen und schürten nationalistische Stimmungen in beiden Ländern.

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Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) verteidigt die Grenzkontrollen hingegen und hatte sie im Mai 2025 sogar auf alle Landgrenzen ausgedehnt. Diese Entscheidung fiel, obwohl die Erstasylanträge in Deutschland im April 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich zurückgingen. Ramelow fordert insbesondere ein Ende der Kontrollen an der polnischen Grenze und verweist auf die Schengen-Regeln, die Binnengrenzkontrollen grundsätzlich verbieten – es sei denn, es liegen außergewöhnliche Umstände vor.

Das Gerichtsurteil und der wachsende politische Widerstand erhöhen den Druck auf die Regierung, ihre Grenzpolitik zu überdenken. Kritiker fragen sich, warum die Maßnahmen trotz sinkender Asylzahlen ausgeweitet wurden und ob die rechtlichen Grundlagen dafür überhaupt noch bestehen. Die Debatte um die Grenzkontrollen zeigt, wie umstritten die aktuelle Migrations- und Sicherheitspolitik ist. Während die Regierung auf die Notwendigkeit der Maßnahmen pocht, wächst die Kritik an ihrer Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit. Das Urteil aus Koblenz und die Forderungen nach einer Kehrtwende könnten die Bundesregierung nun zum Handeln zwingen.

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