Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben Geschichte geschrieben, indem sie erstmals eine rein weibliche Landesführung gewählt haben. Die Partei gab zudem nach dem Einzug mit 7,9 Prozent der Stimmen bei der jüngsten Wahl Schlüsselpositionen im Landtag bekannt. Obwohl sie damit in die Opposition wechseln, haben die neuen Spitzenkräfte bereits Pläne vorgelegt, um die Regierung voranzubringen.
Carolin Cloos und Christin Sauer wurden zu den neuen Co-Vorsitzenden der rheinland-pfälzischen Grünen gewählt. Cloos setzte sich mit 72,28 Prozent der Stimmen durch, während Sauer bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte. Sauer ist seit 2019 Stadträtin in Mainz und hatte zuvor von Ende 2021 bis Anfang 2025 den örtlichen Green-Kreisverband geleitet.
Auf dem Parteitag betonte Sauer die Notwendigkeit direkter Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene, um das Vertrauen in die grüne Politik zurückzugewinnen. Unterdessen wurde Katrin Eder zur Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Mainzer Landtag ernannt. Eder, nun in der Opposition, kündigte an, die Regierungspolitik kritisch zu begleiten.
Auch Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill ziehen für die Grünen in den Landtag ein. Eder geriet jedoch kürzlich in die Kritik, nachdem sie sich mit der Initiative „Schwarmkraftwerk“ brüstete, die ursprünglich vom Mainzer FDP-Politiker Volker Hans ins Leben gerufen worden war.
Trotz des Wahlergebnisses signalisiert die neue Führung einen aktiven Kurs in ihrer Oppositionsrolle. Die Grünen starten mit einem frischen Führungsteam und einem klaren Fokus auf lokale Politik in die neue Legislaturperiode. Zwar müssen sie mit einem reduzierten Stimmenanteil aus der Opposition heraus agieren, doch Schlüsselpersonen wie Eder, Cloos und Sauer haben bereits deutlich gemacht, dass sie die politischen Debatten mitgestalten wollen. Die künftige Ausrichtung der Partei wird davon abhängen, wie erfolgreich es ihr gelingt, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen und von außen Einfluss auf die Entscheidungsprozesse zu nehmen.






