CIA-Spionage in Mexiko: Wie US-Geheimdienste seit 1934 Politiker und Künstler bespitzelten
Miriam AlbrechtCIA-Spionage in Mexiko: Wie US-Geheimdienste seit 1934 Politiker und Künstler bespitzelten
Der US-Geheimdienst CIA unterhält seit langem eine geheimnisumwitterte Präsenz in Mexiko, die mindestens bis ins Jahr 1934 zurückreicht. Entklassifizierte Dokumente belegen umfangreiche Überwachungsaktionen, die sich gegen Politiker, Künstler und linke Gruppen richteten. Zu den Observierten zählte auch der ehemalige mexikanische Präsident Lázaro Cárdenas, den die Behörde als „antiamerikanisch“ und als „geistigen Führer“ kommunistischer Sympathien einstufte.
Die CIA führte in Mexiko mehrere verdeckte Programme durch. Eines davon trug den Codenamen LIENVOY und konzentrierte sich auf die Beobachtung linker Aktivisten, kommunistischer Organisationen und ausländischer Botschaften mit Verbindungen zum Ostblock. Ein weiteres Netzwerk, LITEMPO, stützte sich auf Informanten innerhalb der mexikanischen Regierung. Agenten wie Emilio Bolaños, Gustavo Díaz Ordaz, Fernando Gutiérrez Barrios und Luis Echeverría Álvarez sollen demnach mit dem Geheimdienst kooperiert haben.
Prominente Persönlichkeiten standen unter besonderer Beobachtung. Der ehemalige Präsident Lázaro Cárdenas wurde in CIA-Akten als „kommunistenfreundlich“ gebrandmarkt, obwohl seine Politik nationalistisch geprägt war. Auch der Künstler David Alfaro Siqueiros, damals Vorsitzender der Kommunistischen Partei Mexikos, geriet ins Visier der Behörde. Die Überwachung erstreckte sich zudem auf weitere Politiker, darunter die Präsidenten Gustavo Díaz Ordaz und Luis Echeverría, die Verbindungen zu US-Geheimdiensten unterhielten.
Jahrzehnte später setzte sich die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern fort. So besuchte 2021 der damalige stellvertretende CIA-Direktor David S. Cohen Mexiko, wo Präsident Andrés Manuel López Obrador die Bereitschaft zur Kooperation mit US-Nachrichtendiensten bestätigte.
Die Aktivitäten der CIA in Mexiko erstrecken sich über fast ein Jahrhundert und umfassen die Überwachung von Politikern, Aktivisten und ausländischen Diplomaten. Entklassifizierte Unterlagen belegen, dass der Geheimdienst tief in mexikanische Regierungsstrukturen und die Gesellschaft eindrang. Trotz früherer Spannungen deuten jüngere Kontakte auf eine fortgesetzte – wenn auch diskrete – nachrichtendienstliche Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten hin.






