06 May 2026, 05:53

Britische Schulen sollen 'dekolonialisierten' Unterricht in Mathe und Naturwissenschaften testen

Document titled "Ordnance completant la réglementation des halles centrales," indicating regulatory completion for the Halles Centrales region in France.

Britische Schulen sollen 'dekolonialisierten' Unterricht in Mathe und Naturwissenschaften testen

Ein neues zweijähriges Forschungsprojekt in Großbritannien untersucht, wie der Unterricht in Mathematik, Naturwissenschaften und Geografie an weiterführenden Schulen ‚dekolonialisiert‘ werden kann. Die Initiative, die bereits eine kontroverse Debatte ausgelöst hat, wird mit über 247.000 Pfund aus öffentlichen Mitteln gefördert und zielt darauf ab, rassistische und koloniale Perspektiven in den Lehrplänen zu hinterfragen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Vorhaben konzentriert sich dabei besonders auf die Aufarbeitung von ‚wissenschaftlichem und ökologischem Rassismus‘ in den genannten Fächern. Kritiker bezeichnen die Pläne dagegen als ‚realitätsfernes woke-Gedankengut‘ und stellen die Sinnhaftigkeit der Mittelverwendung infrage. Die Forscher hinter dem Projekt planen, Lehrkräfte aus den MINT-Fächern sowie dem Fach Geografie zu befragen, die bereits Erfahrung mit dekolonialer und antirassistischer Arbeit haben. Ziel ist es, einen strukturierten Ansatz zu entwickeln, der es Pädagogen ermöglicht, ihre Lehrpläne kritisch zu überarbeiten. Sollten die daraus entstehenden Leitlinien umgesetzt werden, könnten sie die Art und Weise, wie diese Fächer landesweit unterrichtet werden, grundlegend verändern.

Die Förderung in Höhe von 247.268 Pfund, bereitgestellt von der britischen Forschungsförderungsorganisation UK Research and Innovation (UKRI), soll in den kommenden zwei Jahren die Entwicklung eines konkreten Unterrichtsrahmens finanzieren. Ein Sprecher von UKRI betonte, dass Förderentscheidungen ausschließlich auf der Grundlage des wissenschaftlichen Werts einer Studie getroffen würden. Dennoch hat das Projekt bereits eine lebhafte Diskussion über seine Ziele und die Verwendung öffentlicher Gelder ausgelöst.

Während Befürworter die Initiative als wichtigen Schritt zur Aufarbeitung historischer Ungerechtigkeiten im Bildungssystem sehen, werfen Gegner ihr vor, wertvolle Ressourcen für ideologisch geprägte Vorhaben zu verschwenden. Die Debatte dreht sich dabei auch um die Frage, inwiefern wissenschaftliche Inhalte und historische Kontexte im Schulunterricht neu bewertet werden sollten. Unabhängig von der Kritik wird das Projekt in den nächsten beiden Jahren konkrete Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte erarbeiten. Ob und wie diese Leitlinien schließlich in die Praxis umgesetzt werden, bleibt abzuwarten – doch bereits jetzt steht fest, dass die Diskussion über Dekolonialisierung im Schulunterricht an Fahrt aufgenommen hat.

Die Ergebnisse könnten nicht nur die Lehrpläne in Großbritannien beeinflussen, sondern auch eine breitere Auseinandersetzung mit rassistischen und kolonialen Spuren in der Wissenschaft anstoßen.

Lesen Sie auch: