Bremer Buchhandlung verliert Deutschen Buchhandlungspreis nach provokanter Fassade
Paul MüllerBremer Buchhandlung verliert Deutschen Buchhandlungspreis nach provokanter Fassade
Die Bremer Buchhandlung The Golden Shop wurde vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 ausgeschlossen. Kulturminister Wolfram Weimer strich sie nach einer von ihm angeordneten Prüfung ihrer Aktivitäten von der Liste der Preisträger. Ursprünglich sollte die Buchhandlung als „herausragende Buchhandlung“ mit 15.000 Euro ausgezeichnet werden.
Auslöser der Kontroverse war die Fassadenbeschriftung des Ladens mit dem Spruch „Deutschland verrecke bitte“. Später brachten sechs Personen ein großes Stofftransparent am Giebel des Gebäudes an. Mittlerweile ist die Fassade mit Zitaten bedeckt, die Weimer persönlich verfasst haben soll – darunter „Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gemeint“, „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde“ und „Europa reproduziert sich biologisch nicht mehr“.
Im Schaufenster der Buchhandlung prangt nun ein Porträt Weimers neben seinen veröffentlichten Werken. Inhaberin Ausma Zvidrina betont jedoch, dass der Laden die Bücher des Ministers nicht führe. Dennoch wies Weimer den Verfassungsschutz an, Ermittlungen gegen die Buchhandlung einzuleiten.
Die 15.000 Euro Preisgeld wird The Golden Shop nun nicht erhalten. Durch das Eingreifen des Kulturministers hat sich nicht nur die Preiswürdigkeit der Buchhandlung geändert, sondern auch ihr Erscheinungsbild – ihre Fassade zeigt nun prägnant seine eigenen Worte und sein Konterfei.






