01 May 2026, 03:04

Brandschutz im Wallis jahrelang vernachlässigt – wie ein IT-Spezialist das System sabotierte

Runder Diagrammplan des Katastrophenzyklus mit vier beschrifteten Phasen - Vorbereitung, Erholung, Antwort und Reaktion - verbunden durch Pfeile, umgeben von erklärendem Text.

Brandschutz im Wallis jahrelang vernachlässigt – wie ein IT-Spezialist das System sabotierte

Schwerwiegende Versäumnisse bei der Brandschutzaufsicht im Wallis aufgedeckt

Im Schweizer Kanton Wallis sind gravierende Mängel in der Brandschutzkontrolle ans Licht gekommen. Ursache ist ein psychisch angeschlagener IT-Spezialist, dessen unberechenbares Verhalten über Jahre hinweg kritische Systeme lahmlegte. Durch sein Handeln blieben Unternehmen, Schulen und öffentliche Gebäude ohne die vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen – darunter eine beliebte Bar, die sechs Jahre lang nicht kontrolliert wurde.

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Die Probleme begannen, als der in Sion ansässige IT-Fachmann, der für die Wartung der Systeme der Gemeindepolizei und der kantonalen Feuerwehr zuständig war, zunehmend instabil wurde. Im Laufe der Zeit forderte er höhere Bezahlung, verbreitete im Internet Verschwörungstheorien und drohte sogar, sensible Polizeidaten im Darknet zu veröffentlichen. Trotz wiederholter Warnsignale erfolgte keine Intervention – bis er schließlich in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung in Genf eingewiesen wurde.

Die Folgen seines Pfuschens zeigten sich bald. Ein Software-Update, das eigentlich die Inspektionsdokumentation verbessern sollte, führte stattdessen zu Verzögerungen und machte kritische Daten unzugänglich. Als der heutige Sicherheitschef 2024 sein Amt antrat, stellte er fest, dass jahrelange Prüfberichte fehlten oder unvollständig waren. Zahlreiche Betriebe – von Hotels und Restaurants bis hin zu Schulen – waren entweder nie überprüft worden oder seit Jahren ohne Kontrolle geblieben.

Ein besonders eklatanter Fall betraf die Bar Le Constellation in Crans-Montana, die ganze sechs Jahre lang keine einzige Brandschutzinspektion erhalten hatte. Ermittler fanden später heraus, dass das IT-Versagen direkt zu diesem Kontrolldefizit beigetragen hatte. Doch die Bar war kein Einzelfall: Das Problem betraf unzählige Immobilien im gesamten Wallis und wirft die Frage auf, wie es zu einem derart flächendeckenden Versagen kommen konnte.

Die Behörden arbeiten noch immer daran, die fehlenden Unterlagen manuell zu rekonstruieren. Gleichzeitig laufen Untersuchungen, um die Verantwortlichen für die Pannen auszumachen. Die Folgen des Handelns des IT-Spezialisten haben im Wallis einen riesigen Stau an ausstehenden Sicherheitsüberprüfungen hinterlassen. Unternehmen und öffentliche Gebäude stehen nun vor dringenden Nachkontrollen, während die Verantwortlichen versuchen, das Vertrauen in das System wiederherzustellen. Der Vorfall hat zudem Forderungen nach strengeren Kontrollen für IT-Verantwortliche in der öffentlichen Sicherheitsinfrastruktur laut werden lassen.

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