Bildungspaket bleibt für viele Kinder unerreichbar – nur 16,4 Prozent nutzen die Förderung

Admin User
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Kinder auf Bänken im Vordergrund, mit Erwachsenen, die sie führen, und einem Hintergrund mit Stühlen, einer Tür, einem Fenster, einem Tisch, Luftballons und Text oben.

Bildungspaket bleibt für viele Kinder unerreichbar – nur 16,4 Prozent nutzen die Förderung

Nur wenige Kinder in Deutschland nutzen das Bildungs- und Teilhabepaket – einem Förderprogramm, das einkommensschwachen Familien Unterstützung bieten soll. Bundesweit erhalten lediglich 16,4 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder die Leistungen tatsächlich. Kritiker bemängeln, dass komplizierte Antragsverfahren viele Familien von Angeboten wie Sport, Musikunterricht oder Freizeitaktivitäten ausschließen.

Die Inanspruchnahme der Mittel fällt regional extrem unterschiedlich aus. In Freiburg beziehen 44,2 Prozent der berechtigten Kinder die Unterstützung. Spitzenreiter ist jedoch der Rems-Murr-Kreis mit 84,1 Prozent – der höchste Wert im Land. In Baden-Württemberg insgesamt kommt die Förderung aber nur bei jedem sechsten Kind an.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg übt scharfe Kritik an der überbürokratischen Umsetzung. Er warnt, dass Kinder von wichtigen Aktivitäten ausgeschlossen werden, weil Familien an den komplexen Formalitäten scheitern. Als Lösung fordert der Verband ein vereinfachtes System: pauschale Zahlungen an alle anspruchsberechtigten Haushalte. Zwar gibt es keine Region, in der eine Mehrheit der Kinder komplett leer ausgeht – doch in vielen Gebieten liegen die Zahlen deutlich unter den Erwartungen.

Das aktuelle System lässt die meisten berechtigten Kinder ohne Hilfe. Sollten die vorgeschlagenen Pauschalzahlungen eingeführt werden, könnten mehr Familien die nötige Unterstützung erhalten. Bis dahin schränken regionale Unterschiede und bürokratische Hürden weiterhin die Teilhabe von Tausenden junger Menschen an zentralen Angeboten ein.