13 June 2026, 00:09

Berlins Kulturschaffende kämpfen vor der Wahl um ihre Zukunft

Welchen Weg für die Kultur?

Berlins Kulturschaffende kämpfen vor der Wahl um ihre Zukunft

Berlins Kulturszene formiert sich vor der Wahl

Vor den Berliner Wahlen mobilisiert sich die Kulturbranche der Stadt. Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um Kultur in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu rücken. In ihrer „Berliner Erklärung“ fordert sie höhere Fördermittel und einen rechtlichen Rahmen zum Schutz der Künste.

Bei einer kürzlichen Veranstaltung kritisierte Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich durch die Regierung. Er bezeichnete sie als kurzsichtig und berichtete von einer persönlichen Erfahrung, wie das Theater mit 14 Jahren sein Leben verändert habe. Reese verwies zudem auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße, das aufgrund entfallener Finanzhilfen vor dem Aus steht.

Gabi Dan Droste, Leiter des FELD Theaters, zog eine scharfe Parallele zwischen der Lage des Sektors und dem Mythos von Ikarus: Nach Auszeichnungen stünden viele Einrichtungen plötzlich vor dem Aus. Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, warnte, dass die Werkstätten des Theaters bald Miete an eine andere landeseigene Institution zahlen müssten.

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Die „Berliner Erklärung“ verlangt mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur, zuverlässige Förderstrukturen und ein eigenes Kulturfördergesetz. Die Initiative will den Slogan „#deinstimmefürkultur“ in allen Kultureinrichtungen der Stadt verbreiten. Institutionen und Verbände haben sogar „Wahl-Lackmustests“ für Kandidat:innen entwickelt – mit Fragen etwa zur Unterstützung künstlerischer Bildung.

Nur wenige Politiker:innen nahmen an der Veranstaltung teil: Katharina Marg von der Linken, Ronja Losert sowie Bertram von Boxberg, die beiden Vorsitzenden der Grünen. Andere Berliner Politiker blieben fern.

Ziel der Aktionswoche ist es, den Wahlkampf zu prägen, indem Kulturpolitik zum zentralen Thema wird. Die Forderungen der Branche konzentrieren sich auf konkrete finanzielle Zusagen und rechtliche Absicherungen. Die Organisator:innen hoffen, dass der öffentliche Druck die Kandidat:innen zwingt, sich direkt mit diesen Anliegen auseinanderzusetzen.

Quelle