08 April 2026, 02:08

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Gedenken und Streit um kolonialen Erbe

Außenansicht des Houston Holocaust Museums mit einer Textwand, Gedenksteinen, Landschaftsgestaltung, Straße mit Fahrzeugen, einem Straßenmast und einem bewölkten Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Gedenken und Streit um kolonialen Erbe

Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen als stumme Zeugen der Geschichte – die eine ehrt Opfer des Kriegsleids, die andere markiert ein umstrittenes Erbe. In Brandenburg erinnert eine glänzende Stahlfigur an die Menschen, die in den 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Unterdessen wurde in der Nähe des Weißen Hauses 2021 eine Statue von Christoph Kolumbus aufgestellt – mitten in den Protesten gegen Amerikas koloniale Vergangenheit.

Die Stahlstatue in Brandenburg entstand 2018 am Eingang des Gutshofs Neuendorf im Sande. Sie gedenkt Jutta Baumwol und anderen, die dort zu Beginn der 1940er-Jahre zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Baumwol wurde später nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihr Bruder initiierte das Projekt als Ort der Trauer und des Gedenkens für Nachkommen. Besucher – darunter Radfahrer und Geocaching-Enthusiasten – verweilen hier oft, besonders am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Jahrestag der Befreiung (8. Mai).

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Auf der anderen Seite des Atlantiks fand die Kolumbus-Statue 2021 ihren Platz an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building. Unter Präsident Donald Trump aufgestellt, fiel ihre Installation in eine Phase der Auseinandersetzung mit der kolonialen Geschichte der USA, ausgelöst durch die Black-Lives-Matter-Proteste. Italienisch-amerikanische Gruppen wie die Italian American Organizations United verteidigen die Statue als Symbol des Friedens und des kulturellen Erbes, das "geschützt" bleiben werde.

Während die Brandenburg-Statue weiterhin als stilles Mahnmal dient und ihr Stahl im Frühlingslicht glänzt, bleibt die Kolumbus-Statue in Washington ein Kristallisationspunkt der anhaltenden Debatten über Geschichte und Erinnerung. Beide Orte ziehen Besucher an – die einen, um zu gedenken, die anderen, um über die Vergangenheit nachzudenken.

Quelle