Zoe Mayer im Kreuzfeuer: Wie ein Video die südwestdeutsche Politik spaltet
Lotta BrandtZoe Mayer im Kreuzfeuer: Wie ein Video die südwestdeutsche Politik spaltet
Ein geleaktes Video mit Zoe Mayer und Cem Özdemir bleibt ein brisantes Thema in der südwestdeutschen Politik. Drei Wochen nach der Wahl hat die Debatte an Schärfe gewonnen – die CDU nutzt die Angelegenheit gezielt in den Koalitionsverhandlungen. Mayer, eine führende Politikerin der Grünen, steht massiv in der Kritik, weicht aber nicht von ihrer Position ab.
Zoe Mayer zählt seit Langem zu den aufstrebenden Figuren der deutschen Politik. Mit 14 trat sie in ihrer Heimatstadt Karlsruhe der Grüne Jugend bei, mit 19 wurde sie jüngste Stadträtin der Stadt. Heute ist die promovierte Wirtschaftsingenieurin zweimal als Direktkandidatin in Karlsruhe für ihre Partei in den Bundestag eingezogen.
Der aktuelle Streit entzündete sich an einem veröffentlichten Video, das Mayer und ihren Parteikollegen Cem Özdemir zeigt. Die CDU wirft ihr vor, an einer Diffamierungskampagne beteiligt gewesen zu sein. Der frühere EU-Kommissar Günther Oettinger geißelte gar eine "Moralpolizei". Mayer hingegen betont, es sei ihr um die Aufdeckung von Sexismus in der Politik gegangen. Eine Mitverantwortung für Online-Angriffe gegen den CDU-Politiker Manuel Hagel, der in einer separaten Video-Debatte aus dem Jahr 2018 erwähnt wurde, weist sie zurück.
Trotz Hunderten hassvoller E-Mails und beleidigender Anrufe gibt Mayer sich kämpferisch. Die Angriffe, so ihre Argumentation, offenbarten vielmehr strukturelle Probleme innerhalb der CDU und der Gesellschaft. Ihre Kernthemen – Tierschutz, Klimapolitik und ökologische Landwirtschaft – geraten angesichts des politischen Eklats zunehmend in den Hintergrund.
Die CDU instrumentalisiert den Fall nun als Druckmittel in den Koalitionsgesprächen und hält die Diskussion damit am Köcheln. Mayer jedoch zeigt keine Anzeichen, sich zurückzuziehen.
Die Auseinandersetzung ebbt nicht ab – im Gegenteil: Mayer hält den Vorwürfen der CDU stand. Dass die Partei das Thema in den Sondierungen nutzt, deutet darauf hin, dass es die Landespolitik noch länger beschäftigen wird. Gleichzeitig treibt Mayer weiter die Debatte über Sexismus voran, auch wenn der Streit ihre inhaltliche Arbeit überschattet.