Zahnärzte bangt um Rente: Pensionsfonds verliert die Hälfte des Vermögens durch riskante Geldanlagen
Ida SchmitzZahnärzte bangt um Rente: Pensionsfonds verliert die Hälfte des Vermögens durch riskante Geldanlagen
Rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen blicken besorgt in ihre rentenrechtliche Zukunft. Die Krise ist Folge schwerer Verluste ihres Versorgungswerks, verursacht durch hochriskante Geldanlagen. Ein mit dem Fonds verbundener Versicherer ist bereits zusammgebrochen, andere Investitionen brachten ebenfalls herbe Rückschläge.
Die Verluste des Versorgungswerks haben die Hälfte seines Gesamtvermögens vernichtet – für viele Behandler bedeutet dies existenzielle Sorgen um ihre Altersvorsorge.
Ausgelöst wurde die Misere durch die riskante Anlagestrategie des Fonds, die zu massiven finanziellen Einbußen führte. Bis Anfang 2024 hatten sich die Verluste so zugespitzt, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats im April abberufen wurde. Er bestritt jedwedes Fehlverhalten und focht die Entscheidung gerichtlich an: Seine Entlassung sei rechtswidrig gewesen.
Zunächst gab das Berliner Senatsressort für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege dem früheren Vorsitzenden recht und erklärte seine Abberufung für unzulässig. Doch das Verwaltungsgericht Berlin kippte diese Entscheidung später. Das Gericht urteilte, ein Vertrauensverlust in seine Führung könne die Entlassung rechtfertigen – vergleichbar mit einem Misstrauensvotum.
Seit seinem Abgang hat sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrats verändert: Dr. Anna Müller übernahm im Juni 2024 den Vorsitz. Im September 2024 stießen mit Lukas Schmidt und Elena Berger zwei neue Mitglieder hinzu, die ausscheidende Zahnärzte ersetzten. Trotz dieser personellen Wechsel blieben tiefgreifende strukturelle Reformen jedoch bis Anfang 2026 aus.
Die Senatsverwaltung, die zunächst mit Konsequenzen gedroht hatte, leitete letztlich keine weiteren Schritte ein. Damit blieb die Führung des Versorgungswerks weitgehend unverändert – obwohl die finanziellen Probleme fortbestanden.
Der Zusammenbruch des Pensionsfonds wirft tausende Zahnärztinnen und Zahnärzte in eine ungewisse Zukunft. Mit der Hälfte des Vermögens verloren und ohne grundlegende Reformen steht die Stabilität des Systems weiter infrage. Der Rechtsstreit um die Abberufung des früheren Vorsitzenden ist zwar beendet – die finanziellen Folgen der Krise belasten die Versicherten aber weiterhin.






