Wolf GW2672m spaltet Baden-Württemberg: 45.000 gegen seine Tötung
Miriam AlbrechtWarum die Wolfserschießung das Land spaltet - Wolf GW2672m spaltet Baden-Württemberg: 45.000 gegen seine Tötung
In Baden-Württemberg entbrennt eine hitzige Debatte über die Tötung eines Wolfs – im Mittelpunkt steht ein einzelnes Tier mit dem Namen GW2672m. Der Streit hat Petitionen, Proteste und sogar juristische Schritte ausgelöst, wobei sich fast 45.000 Menschen gegen seine Entnahme aussprechen. Gleichzeitig wachsen die Spannungen zwischen Landwirten, Naturschützern und Politikern über die Anwesenheit des Wolfs im Nördlichen Schwarzwald.
Der Wolf mit der Kennung GW2672m soll nach wiederholten Angriffen auf Nutztiere getötet werden. Offizielle Aufzeichnungen zeigen, dass in den vergangenen fünf Jahren rund 450 Wölfe in der Region als Bedrohung für Viehbestände eingestuft wurden. Die aktuellen Vorschriften verlangen jedoch den Nachweis von zwei erfolgreichen Überwindungen schützender Zäune, bevor eine Tötung genehmigt werden darf.
Der Fall spaltet die öffentliche Meinung deutlich: Während etwa 850 Unterschriften die Entnahme des Wolfs unterstützen, lehnen ihn 45.000 Menschen ab. Es gab Mahnwachen und Petitionen, und das Verwaltungsgericht Stuttgart prüft nun eine Eilklage gegen die Tötungsgenehmigung. Bis zu einer Entscheidung bleibt GW2672m vorerst unter Schutz.
Doch der Konflikt wird nicht nur juristisch ausgetragen – die symbolische Bedeutung des Wolfs heizt die Auseinandersetzung weiter an. Forscher wie Peter Christoph Sürth verweisen darauf, wie Tierdokumentationen das Bild des Wolfs im Laufe der Zeit verändert haben. Mythen und Politik verkomplizieren die Debatte zusätzlich. Carsten Nowak stellt einen klaren ideologischen Graben fest: Konservative Stimmen befürworten oft die Bejagung, während linke Gruppen sich für den Schutz einsetzen. Selbst Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigte sich überrascht von der emotionalen Wucht der Diskussion.
Ein weiterer Wolf, GW852m, hat über 100 Schafe, Rinder und Ziegen gerissen, steht aber ebenfalls unter rechtlichem Schutz. Der Konflikt spiegelt die größeren Herausforderungen wider, die mit Landnutzung, Artenschutz und dem Ausgleich zwischen menschlicher Aktivität und Wildtieren in der Region verbunden sind.
Die anstehende Gerichtsentscheidung über GW2672m wird darüber bestimmen, ob die Tötung vollzogen wird. Bis dahin bleibt der Wolf rechtlich geschützt, während Landwirte und Naturschützer das Urteil abwarten. Der Fall offenbart tiefe Gräben darin, wie die Gesellschaft Wölfe wahrnimmt – und welchen Platz diese Tiere in einer von Menschen geprägten Landschaft haben.






