Wie Ranch-Dressing vom Alaska-Rezept zum US-Kult wurde und Ketchup überholte
Lotta BrandtWie Ranch-Dressing vom Alaska-Rezept zum US-Kult wurde und Ketchup überholte
Ranch-Dressing ist das beliebteste Würzmittel der USA – und hat 2024 sogar Ketchup überholt. Sein Aufstieg vom hausgemachten Rezept zum landesweiten Liebling spiegelt eine lange und überraschende Geschichte wider.
Alles begann 1949, als der Klempner Steve Henson aus Nebraska die Sauce während eines Arbeitseinsatzes in Alaska erfand. Später servierten er und seine Frau sie auf ihrer „Dude Ranch“ in Kalifornien, dem Hidden Valley Ranch – wo die Gäste begeistert waren. Die Nachfrage wuchs so stark, dass Henson begann, Tütchen mit seiner Gewürzmischung per Post zu verkaufen – und damit den Grundstein für den späteren Siegeszug legte.
Heute ist Ranch-Dressing allgegenwärtig. Hunderte Unternehmen produzieren eigene Varianten, und der Geschmack findet sich in unzähligen Produkten wieder. Selbst international macht die Sauce Furore: Hidden Valley hat sechs „Ranch-Botschafter“ engagiert, um sie in Europa zu bewerben. Eine schwedische Besucherin namens Elsa Thora schrieb einst auf X: „EUROPA, WIR BRAUCHEN RANCH. SOFORT.“
Der kulturelle Einfluss der Sauce ist nicht zu übersehen. Auf Events wie Hochzeiten oder Bat-Mizwa-Feiern gibt es mittlerweile Ranch-Dressing-Brunnen. Und sogar die US-Luftsicherheitsbehörde TSA rät Fußballfans, die Sauce im aufgegebenen Gepäck zu transportieren, wenn sie die USA verlassen.
Mit 75 Prozent der Amerikaner, die Ranch-Dressing mögen oder lieben (laut Datassential), führt es nun die Beliebtheitsskala der US-Würzmittel an. Sein Weg von einer Ranch-Küche zum globalen Phänomen zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung.
