Wie Misstrauen gegen Institutionen Extremismus wie die AfD stärkt – eine alarmierende Analyse
Lotta BrandtWie Misstrauen gegen Institutionen Extremismus wie die AfD stärkt – eine alarmierende Analyse
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Vertrauen in zentrale Institutionen schwindet. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Skepsis gegenüber Staat, Gerichten, Wissenschaft und Medien politischen Extremismus befeuert. Seine Forschung wirft ein Licht auf den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump und der deutschen Rechtspopulisten von der AfD.
El-Mafaalani, der in Dortmund forscht, argumentiert, dass misstrauische Menschen zunehmend über gemeinsame Zweifel zusammenfinden. Über digitale Plattformen bilden sie eng vernetzte Gruppen, die etablierte Institutionen ablehnen. Diese Gemeinschaften setzen stattdessen ihr Vertrauen in populistische Führer und Parteien, die der liberalen Demokratie feindlich gegenüberstehen.
Laut seinen Erkenntnissen schüren populistische Strategen dieses Misstrauen gezielt. Die AfD, 2013 als euroskeptische Bewegung gegründet, hat sich seitdem zu einer rechtsextremen Kraft radikalisiert. Sie fordert mittlerweile einen deutschen EU-Austritt ("Dexit"), lehnt westliche Bündnisse ab und positioniert sich nah an Russland und China. Rechtliche Auseinandersetzungen – wie das Kölner Gerichtsurteil von 2026, das die Einstufung der Partei als "gesichert rechtsextrem" blockierte – haben die gesellschaftlichen Gräben weiter vertieft.
Die juristischen Erfolge der AfD, etwa die Aufhebung von städtischen Veranstaltungsverboten, bestärken ihre Anhänger. Gleichzeitig haben Skandale wie die 2023 gegen Björn Höcke verhängte Geldstrafe für die Verwendung nationalsozialistischer Parolen die öffentliche Debatte weiter polarisiert. El-Mafaalani warnt, dass bloße Enthüllungen über die Inkompetenz der AfD das demokratische Vertrauen nicht wiederherstellen werden. Stattdessen fordert er wirksamere Strategien, um dem Rechtspopulismus entgegenzutreten.
Seine Arbeit zeigt, wie sich Misstrauen verbreitet und zu politischen Bewegungen verfestigt. Die Analyse deckt konkrete Muster im Aufstieg der AfD und im schleichenden Verfall demokratischer Normen auf. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Bekämpfung des Populismus mehr erfordert als die bloße Widerlegung extremistischer Behauptungen.






