Wie die taz nach 45 Jahren ihre Unabhängigkeit für die Zukunft sichert
Ida SchmitzWie die taz nach 45 Jahren ihre Unabhängigkeit für die Zukunft sichert
1979 prophezeiten Kritiker der tageszeitung (taz) den Kollaps noch im ersten Jahr nach ihrem Start. Doch die unabhängige Zeitung widerlegte alle Erwartungen und blickt nun auf fast 45 Jahre gedruckte Ausgabe zurück. Während die Gründergeneration sich langsam zurückzieht, rückt die Frage in den Vordergrund, wie ihre Zukunft gesichert werden kann – durch Genossenschaftsanteile und Vermächtnisspenden.
Die taz wurde auf den Prinzipien der Unabhängigkeit und des kritischen Journalismus aufgebaut. Trotz dramatischer Veränderungen in der Medienlandschaft hielt sie stets an diesen Werten fest. Doch um das Überleben für die nächste Generation zu sichern, braucht es neue Strategien.
Eine Möglichkeit besteht darin, Genossenschaftsanteile der Zeitung selbst zu vermachen. So verbleiben die Mittel nach dem Tod eines Anteilseigners bei der taz und stärken ihre finanzielle Stabilität. Alternativ können Anteile bereits zu Lebzeiten übertragen werden, um sofortige Unterstützung zu leisten.
Wer keine Anteile besitzt, für den bietet die taz Panter Stiftung eine weitere Option: Wird die Stiftung im Testament als Begünstigte eingesetzt, sind Spenden steuerbefreit. Diese Gelder fördern Nachwuchsjournalisten, stärken den investigativen Journalismus und unterstützen verfolgte Medienarbeiter.
Manche könnten Bedenken haben, finanzielle Flexibilität zu verlieren. Doch in Notlagen bleibt es unter bestimmten Bedingungen möglich, vermachte Gelder zurückzufordern. Die Zeitung betont zudem, dass eine Erhöhung des eigenen Anteilsbesitzes nicht undemokratisch ist – sie dient allein dem Schutz der Unabhängigkeit.
Der Erhalt der taz konzentriert sich auf zwei Hauptwege: Genossenschaftsanteile und Stiftungszuwendungen. Beide Ansätze zielen darauf ab, die Autonomie der Zeitung zu bewahren und ihre Mission langfristig zu sichern. Mit diesen Maßnahmen will die taz auch in den kommenden Jahrzehnten eine Stimme des unabhängigen Journalismus bleiben.






