05 June 2026, 15:52

Wie die Junge Freiheit aus einer Fahrradkiste zur polarisierenden Medienmacht wurde

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

Wie die Junge Freiheit aus einer Fahrradkiste zur polarisierenden Medienmacht wurde

1986 erschien mit einer Auflage von nur 400 Exemplaren die Taschenzeitung Junge Freiheit. Keiner verdiente mit der ersten Ausgabe auch nur einen Cent – stattdessen übernahmen die Mitwirkenden die Druckkosten selbst. Gründer Dieter Stein verfolgte ein klares Ziel: Er wollte, was er als linksgerichtete Vorherrschaft in Medien und Universitäten empfand, herausfordern.

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Die Anfänge der Jungen Freiheit waren alles andere als glamourös. Stein transportierte die frisch gedruckte Erstausgabe mit dem Fahrrad, die Exemplare in einer schlichten Pappkiste verstaut. Trotz dieser bescheidenen Anfänge zog die Zeitung bald Aufmerksamkeit auf sich – nicht immer die erwünschte.

Nach dem Umzug nach Berlin 1990 sah sich das Blatt wachsender Feindseligkeit ausgesetzt. Linke Gruppen organisierten Proteste, und Angriffe auf die Druckerei wurden zur Regel. Die Lage eskalierte 1995, als Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt wurde.

Die Überwachung beschränkte sich jedoch nicht auf physische Bedrohungen. Der deutsche Inlandsgeheimdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), nahm die Junge Freiheit wegen Extremismusverdachts ins Visier. Diese Beobachtung hatte konkrete Folgen: Werbekunden zogen sich zurück, Politiker zeigten sich verunsichert, und selbst Leser fürchteten, allein wegen ihres Abonnements abgehört zu werden.

Jahrzehnte später wird Stein noch immer mit kritischen Fragen konfrontiert. Bei den Feierlichkeiten zum 40-jährigen Jubiläum der Zeitung stellte ihm sein eigenes Social-Media-Team Fragen, die sonst eher unter vier Augen besprochen werden. Abseits der Politik zeigt sich Stein jedoch persönlicher: Zwar befürwortet er grundsätzlich den Wehrdienst, doch die Entscheidung überlässt er seinem eigenen Sohn.

Von der per Hand ausgelieferten Erstausgabe bis zu Jahrzehnten der Kontroversen blieb die Junge Freiheit eine polarisierende Kraft im deutschen Medienland. Die Geschichte der Zeitung spiegelt sowohl den unerschütterlichen Willen ihres Gründers als auch die anhaltenden Spannungen wider, die ihre politische Haltung umgeben. Überwachung, Proteste und sogar Brandstiftung prägten ihren Werdegang – doch sie erscheint weiterhin.

Quelle