Weiterbildung im Wandel: Warum deutsche Unternehmen umdenken müssen
Ida SchmitzWeiterbildung im Wandel: Warum deutsche Unternehmen umdenken müssen
Deutsche Unternehmen setzen zunehmend auf Weiterbildung und Umschulung, um den wandelnden Anforderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden. Eine aktuelle Nachrichten aktuell 2025 von Hays in Zusammenarbeit mit dem Institut für Beschäftigung und Beschäftigungsfähigkeit (IBE) zeigt, wie Betriebe ihre Schulungsprogramme anpassen, um Kompetenzlücken und technologische Veränderungen zu bewältigen. Für die Untersuchung wurden 975 Beschäftigte – darunter Führungskräfte und Mitarbeiter ohne Personalverantwortung – befragt, um aktuelle Praktiken und Herausforderungen in der Personalentwicklung zu analysieren.
Laut Studie halten 48 Prozent der Führungskräfte Weiterbildungsmaßnahmen für ihr Unternehmen für besonders wertvoll. Derzeit nehmen 46 Prozent der Beschäftigten an solchen Programmen teil, vor allem um technische und digitale Fähigkeiten zu stärken. Umschulungen zielen dagegen darauf ab, Mitarbeiter auf neue Tätigkeitsfelder vorzubereiten (49 Prozent) oder ihr Fachwissen zu vertiefen (46 Prozent).
Trotz der anerkannten Vorteile setzen jedoch nur 36 Prozent der Unternehmen auf Umschulungen, und lediglich 27 Prozent der Belegschaft sind aktiv in solche Programme eingebunden. Budgetengpässe verschärfen die Situation: 39 Prozent der Befragten rechnen mit stabilen Mitteln für Weiterbildung, während 41 Prozent keine Steigerung der Umschulungsbudgets erwarten.
Führungskräfte sehen sich zudem mit Hindernissen wie Zeitdruck (46 Prozent), hohen Kosten (35 Prozent) und Widerständen in der Belegschaft (33 Prozent) konfrontiert. Um diese zu überwinden, betont die Studie die Bedeutung von emotionaler Intelligenz, um Ängste abzubauen und Vertrauen aufzubauen. Allerdings fördern bisher nur 12 Prozent der Unternehmen gezielt soziale Kompetenzen.
In den vergangenen fünf Jahren haben große deutsche IT-Konzerne wie SAP und die Deutsche Telekom ihre Umschulungsinitiativen ausgeweitet. Im Fokus stehen dabei Themen wie Datenkompetenz, Cybersicherheit und agile Methoden – Investitionen, die als entscheidend für die Fachkräftebindung und Wettbewerbsfähigkeit gelten. Während die Entwicklungen in der öffentlichen Verwaltung noch unklar sind, wächst bundesweit das Interesse an Teamschulungen.
Den vollständigen HR-Report 2025 können Sie hier herunterladen.
Die Ergebnisse zeigen eine Kluft zwischen dem Bedarf an Weiterbildung und den dafür bereitgestellten Ressourcen. Zwar schätzen fast die Hälfte der Führungskräfte Qualifizierungsmaßnahmen, doch die Beteiligung an Umschulungen bleibt gering, und die Budgets werden voraussichtlich nicht aufgestockt. Unternehmen müssen daher technische Weiterentwicklung mit emotionaler Unterstützung verbinden, um die langfristige Arbeitsmarktfähigkeit ihrer Belegschaft zu sichern.






