03 April 2026, 14:10

Warum viele Angestellte nur noch "Präsenztheater" im Büro spielen

Liniendiagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Die Vorteile der erhöhten Produktivität der letzten 35 Jahre sind nicht der Mittelschicht zugute gekommen."

Warum viele Angestellte nur noch "Präsenztheater" im Büro spielen

Immer mehr deutsche Unternehmen drängen ihre Mitarbeiter nach Jahren flexiblen Arbeitens zurück ins Büro. Konzerne wie Vodafone, SAP und Volkswagen haben seit der Pandemie strengere Präsenzregeln eingeführt. Doch viele Angestellte geben offen zu: Sie kommen nur, um gesehen zu werden – nicht, weil sie im Büro produktiver wären.

Eine aktuelle Umfrage des Jobportals Indeed ergab, dass 56,6 Prozent der Beschäftigten ins Büro gehen, einzig um ihre Anwesenheit zu beweisen. Mehr als die Hälfte ist überzeugt, Aufgaben zu Hause schneller erledigen zu können. Gleichzeitig bleibt fast jeder Vierte (25,4 Prozent) länger, nur weil der Vorgesetzte noch da ist – selbst wenn die eigene Arbeit längst erledigt ist.

Andere greifen zu Tricks, um Produktivität vorzutäuschen. Rund 27,7 Prozent der Remote-Arbeiter stellen ihren Status manuell auf "verfügbar", um beschäftigt zu wirken. Viele inszenieren ihre Arbeitsergebnisse zudem so, dass sie Erwartungen entsprechen – statt tatsächliche Leistungen abzubilden.

Der Zwang zur Bürorückkehr stößt auf Widerstand. Fast zwei Drittel (66,2 Prozent) der Beschäftigten würden eine Gehaltskürzung von fünf Prozent akzeptieren, wenn sie allein nach Leistung – und nicht nach Anwesenheit – beurteilt würden. Fast die Hälfte (47,3 Prozent) wünscht sich kürzere Anfahrtswege oder Zuschüsse für den ÖPNV, um das Büroleben erträglicher zu machen.

Trotz des Trends gibt es keine offiziellen Zahlen, wie viele große deutsche Unternehmen seit 2023 verbindliche Rückkehrregeln durchgesetzt haben. Zwar haben Konzerne wie Otto und Vodafone Präsenzquoten eingeführt, eine vollständige Übersicht fehlt jedoch.

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Die Entwicklung zeigt: Zwischen Unternehmensvorgaben und Mitarbeiterwünschen klafft eine Lücke. Für viele zählt Flexibilität und Ergebnisorientierung mehr als sichtbare Schreibtischpräsenz. Solange keine klaren Daten über Produktivitätsgewinne vorliegen, wird die Debatte über Büropflichten wohl weitergehen.

Quelle