30 May 2026, 10:07

Warum internationale Studierende in Deutschland bessere Jobchancen haben als andere Migranten

International grads drei Mal wahrscheinlicher, in Deutschland Arbeit zu finden

Warum internationale Studierende in Deutschland bessere Jobchancen haben als andere Migranten

Internationale Studierende in Deutschland sehen unterschiedliche Chancen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt. Viele kommen mit dem Plan eines kurzen Aufenthalts, doch ein beträchtlicher Teil entscheidet sich später für ein dauerhaftes Bleiben. Ob sie eine Anstellung finden, hängt oft von ihren Sprachkenntnissen, Berufserfahrung und den Jobs ab, die sie während des Studiums ausüben.

Eine aktuelle Studie zeigt: Absolventen internationaler Herkunft deutscher Hochschulen haben dreimal bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz als Migranten, die direkt zur Jobsuche einreisen. Dieser Vorteil verstärkt sich, wenn Studierende durch Praktika, firmengebundene Abschlussarbeiten oder fachnahe Tätigkeiten praktische Erfahrungen sammeln. Wer hingegen aus finanzieller Not in branchenfremden Nebenjobs arbeitet, verschlechtert damit seine Berufsaussichten.

Deutschkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle – selbst in Stellen, in denen Englisch Arbeitssprache ist. Doch nur etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden geben an, dass ihr Studiengang verpflichtende Deutschkurse vorsieht. Wer etwa vier Jahre in Deutschland verbringt, in dieser Zeit Netzwerke aufbaut, seine Sprachkenntnisse verbessert und einen Abschluss erwirbt, steigert seine Jobchancen nach dem Studium deutlich.

Über die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland belegen MINT-Fächer und stellen damit eine wichtige potenzielle Fachkraftreserve dar. Besonders relevant ist dies angesichts des aktuellen Mangels von rund 148.500 MINT-Fachkräften im Land. Da in den kommenden zehn Jahren zusätzlich 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen werden, gewinnt das Halten qualifizierter Absolventen an Priorität.

Viele Studierende planen zunächst nur einen zeitlich begrenzten Aufenthalt, doch rund 26 Prozent entscheiden sich nach dem Berufseinstieg für ein langfristiges Bleiben. Wer über den Bildungsweg einwandert, möchte zudem 1,6-mal häufiger dauerhaft in Deutschland leben als andere Migrantengruppen.

Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig Deutschkenntnisse, relevante Berufserfahrung und ein Studienabschluss für internationale Studierende auf Jobsuche sind. Angesichts des Fachkräftemangels könnte ihre Integration in den Arbeitsmarkt helfen, Lücken zu schließen. Ausschlaggebend dafür sind die Weichen, die sie bereits während des Studiums stellen.

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