24 March 2026, 14:09

Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejew feiert im Ausland triumphale Rückkehr

Plakat für eine Pariser Ballettvorstellung von 1909 mit dem Titel "Saison Russe", das eine gemalte Tänzerin in einer anmutigen Pose mit der Aufschrift "Opera et Ballet" darüber zeigt.

Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejew feiert im Ausland triumphale Rückkehr

Ein Ballett über das Leben Rudolf Nurejews wird zensiert und aus seiner Heimat verbannt

Ursprünglich 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt, wurde die Produktion im vergangenen Jahr in Russland verboten – wegen der Darstellung von Nurejews Homosexualität. Nun findet das Stück im Ausland neue Zuschauer, darunter kürzlich in Berlin.

Das Ballett "Nureyev" zeichnet den Werdegang des legendären Tänzers nach: von seiner Ausbildung an der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad über seine spektakuläre Flucht nach Frankreich bis zu seinem weltweiten Ruhm. Die Bühnenbilder spiegeln sein extravagantes Leben wider – mit männlichen Akten alter Meister, Sofas von Maria Callas und sogar einem Nachbau seiner italienischen Insel. Doch der zweite Akt vermag die Energie des ersten nicht ganz zu halten, trotz kraftvoller Soli und mitreißender Ensembleszenen.

Das Schicksal der Produktion in Russland steht für die zunehmende Repression im Land. Regisseur Kirill Serebrennikow, der die Uraufführung 2017 inszenierte, durfte nicht anwesend sein und wurde später wegen Untreue verurteilt, bevor er nach Berlin übersiedelte. Der Choreograf Juri Possochow, in Luhansk geboren, aber heute US-Bürger, arbeitet weiterhin mit dem Bolschoi zusammen – obwohl das Theater "Nureyev" 2023 aus dem Spielplan strich, nach Gesetzen gegen sogenannte "LGBTQ+-Propaganda".

Nurejew selbst starb 1993 in Paris an den Folgen von Aids. Zwei Jahre später wurde sein Nachlass versteigert, und die Schätze, die einst sein flamboyantes Leben prägten, zerstreuten sich. Heute überlebt das Ballett, das ihm gewidmet ist, nur noch außerhalb Russlands – ein Zeugnis sowohl seines bleibenden Erbes als auch der politischen Kräfte, die sein Heimatland umformen.

Das Verbot von "Nureyev" ist ein weiteres Kapitel in Russlands kulturellem Niedergang, der Geschichten zum Schweigen bringt, die der offiziellen Lesart widersprechen. Da Aufführungen nun auf internationale Bühnen beschränkt sind, hängt das Überleben des Stücks von ausländischen Ensembles ab, die es zeigen. Für das Publikum in Berlin und darüber hinaus bleibt es ein seltener Einblick in ein Leben, das für das heutige Russland zu kühn war.

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