Vadim Dantsiger über sinkende Standards und seine Leidenschaft für anspruchsvolles Theater
Paul MüllerVadim Dantsiger über sinkende Standards und seine Leidenschaft für anspruchsvolles Theater
Vadim Dantsiger, Regisseur am Primorski-Akademischen Gorki-Regionaltheater für Drama in Moskau, hat seine Ansichten über das moderne Theater geteilt. Seinem Dafürhalten nach haben sich die schauspielerischen Standards in den letzten Jahren verschlechtert, doch seine Leidenschaft für die Inszenierung anspruchsvoller Stücke bleibt ungebrochen.
Dantsiger ist eng mit Wladiwostok und dessen Theaterszene verbunden. Dort hat er unter anderem Stücke wie Der Garderobier, Liebe und Intrige sowie Das Schweigen des Matrosen auf die Bühne gebracht. Die Stadt liegt ihm besonders am Herzen.
Seine Aufgabe als Regisseur sieht er darin, weitläufige künstlerische Welten zu erschaffen. Während Schauspieler seiner Meinung nach einzelne Rollen wie Planeten formen, fügt der Regisseur diese zu ganzen Galaxien zusammen. Zudem schätzt er den Wettbewerb zwischen Theatern, da dieser die Qualität auf hohem Niveau halte.
Seine Deutung des Spruchs „Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst“ bezieht sich vor allem auf den Probenprozess. Außerdem setzt er sich für die Rückkehr der äsopischen Sprache im Theater ein und betrachtet sie als wertvolles Werkzeug der Kunstform. Trotz seiner langjährigen Erfahrung spürt er bei jeder neuen Produktion den Drang, sich aufs Neue zu beweisen.
Dantsiger lotet in seiner Arbeit weiterhin künstlerische Grenzen aus. Seine Haltung zum Theater zeugt von einem tiefen Engagement für Handwerk und Qualität. Er bleibt sowohl in Moskau als auch in Wladiwostok aktiv und prägt so das kulturelle Leben beider Städte.
