28 June 2026, 17:02

UNRWA unter Terrorverdacht: Wie Vorwürfe gegen Mitarbeiter die Hilfsorganisation erschüttern

Wie lange wird die EU noch Schecks an UNRWA schreiben?

UNRWA unter Terrorverdacht: Wie Vorwürfe gegen Mitarbeiter die Hilfsorganisation erschüttern

Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) steht wegen mutmaßlicher Verbindungen zu militanten Gruppen unter massivem Druck. 2023 setzten mehrere Länder ihre Finanzhilfen aus, nachdem Berichte aufkamen, die einige Mitarbeiter des Hilfswerks mit dem Angriff auf Israel vom 7. Oktober in Verbindung brachten. Die Organisation, die ursprünglich zur Unterstützung palästinensischer Flüchtlinge gegründet wurde, befindet sich nun im Zentrum einer wachsenden Kontroverse.

Im Januar 2024 bestätigten sich Hinweise, wonach mindestens zwölf UNRWA-Mitarbeiter an dem Angriff vom 7. Oktober beteiligt waren. Eine interne UN-Untersuchung führte später zur Entlassung von neun Beschäftigten wegen des Verdachts auf Mitwirkung. Weitere Ermittlungen US-amerikanischer Bundesbehörden ergaben, dass etwa 1.500 mit UNRWA verbundene Personen im Gazastreifen – rund 12 Prozent der Belegschaft – mutmaßliche Terrorverbindungen aufwiesen.

Siebenzehn Geberländer, darunter die USA, Deutschland und Frankreich, setzten ihre Zahlungen vorläufig aus. Die meisten nahmen die finanzielle Unterstützung später wieder auf, doch die Bedenken hinsichtlich der Rechenschaftspflicht blieben bestehen. Die UNRWA-Führung wurde kritisiert, weil sie Ermittlungen behindert und nicht ausreichend mit Untersuchungen kooperiert haben soll.

Unabhängig davon deckte die israelische Medienbeobachtungsorganisation HonestReporting auf, dass freiberufliche Fotojournalisten, die für große Nachrichtenagenturen arbeiten, sich während des Angriffs in der Nähe von Hamas-Führern aufgehalten hatten. Den Reportern wurde vorgeworfen, entweder Vorwissen über das Massaker gehabt oder sich aktiv daran beteiligt zu haben.

Die Europäische Union unterstützt UNRWA weiterhin über die Europäische Kommission mit jährlichen Zahlungen in Höhe von 80 bis 90 Millionen Euro. Unterdessen erwägt die US-Regierung nun terrorismusbezogene Sanktionen gegen die Organisation und könnte ihr die diplomatische Immunität entziehen – als Reaktion auf die mutmaßlichen Verbindungen zu militanten Gruppen.

Die Vorwürfe werfen schwerwiegende Fragen zu den Arbeitsweisen und der Aufsicht bei UNRWA auf. Mehrere Entlassungen und laufende Ermittlungen unterstreichen die Tragweite des Problems. Mögliche US-Sanktionen und der Entzug der diplomatischen Immunität könnten eine deutliche Zäsur in der internationalen Behandlung der Organisation markieren.

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