Traditionsunternehmen Mocopinus schließt nach 161 Jahren endgültig seine Tore
Paul MüllerTraditionsunternehmen Mocopinus schließt nach 161 Jahren endgültig seine Tore
Die Mocopinus GmbH & Co. KG, ein deutsches Industrieunternehmen mit Wurzeln bis ins Jahr 1865, hat ihre endgültige Schließung bekannt gegeben. Das Unternehmen, das einst drei Standorte betrieb und 270 Mitarbeiter beschäftigte, scheiterte daran, im Rahmen seines Eigenverwaltungsverfahrens einen Investor zu finden.
Die Produktion wird nun an den verbleibenden Standorten in Karlsruhe und Ammelshain schrittweise eingestellt – damit endet eine 161-jährige Unternehmensgeschichte.
Im Dezember 2025 hatte Mocopinus nach langjährigen finanziellen Schwierigkeiten Insolvenz angemeldet. Trotz monatelanger Suche fand sich kein Käufer für das Unternehmen oder Teile seines Geschäfts. In der Folge werden alle drei Standorte – Ulm, Karlsruhe und Ammelshain – vollständig geschlossen.
An den Werken in Karlsruhe und Ammelshain hat bereits die geordnete Abwicklung begonnen. Noch ausstehende Kundenaufträge werden in den kommenden Monaten abgearbeitet, bevor die Produktion endgültig eingestellt wird. Parallel dazu beginnen Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessenausgleich für die 270 Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren.
Eine Ausnahme bildet vorerst die Tochtergesellschaft Lignum-Finish GmbH im baden-württembergischen Aitrach, die vorläufig weiterbetrieben wird. Ihre Zukunft wird jedoch noch im Rahmen der Insolvenzverhandlungen geklärt.
Mocopinus reiht sich damit in die wachsende Liste traditionsreicher deutscher Industrieunternehmen ein, die in den vergangenen Jahren schließen mussten. Seit 2020 stellten etwa das Mansfelder Aluminiumwerk (Zulieferer für die Autoindustrie) und die Hoffmeister GmbH (Leuchtenhersteller) wegen Insolvenz die Produktion ein. Energieintensive Branchen wie Porzellan- und Metallverarbeitung stehen unter ähnlichem Druck – wenn auch einige, wie Kahla, trotz finanzieller Probleme weiterarbeiten.
Mit der Schließung von Mocopinus gehen 270 Arbeitsplätze verloren, und ein Unternehmen, das 1865 als Sägewerk begann, hört auf zu existieren. Da kein Investor gefunden wurde, werden die verbleibenden Vermögenswerte im Rahmen des Insolvenzverfahrens liquidiert.
Während die Verhandlungen über die Zukunft der Tochter in Aitrach noch laufen, wird der Kernbetrieb von Mocopinus in den kommenden Monaten mit dem Produktionsstopp endgültig Geschichte sein.






