Syrische Ärzte und Pflegekräfte: Unverzichtbar für Deutschlands Kliniken – doch ihre Zukunft ist bedroht
Lotta BrandtSyrische Ärzte und Pflegekräfte: Unverzichtbar für Deutschlands Kliniken – doch ihre Zukunft ist bedroht
Syrische Mediziner sind zu einem unverzichtbaren Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems geworden. Über 5.700 Ärztinnen und Ärzte aus Syrien sowie mehr als 2.000 Pflegekräfte arbeiten mittlerweile in deutschen Krankenhäusern. Doch ihre Zukunft im Land ist ungewiss – Grund ist ein neuer Vorschlag der Bundesregierung.
Bis Ende 2024 werden syrische Mediziner die größte Gruppe ausländischer Ärzte in Deutschland stellen. Ihre Fachkenntnisse helfen, Personalengpässe in Kliniken bundesweit zu schließen. Auch die über 2.000 syrischen Pflegekräfte leisten in verschiedenen Funktionen einen wichtigen Beitrag zur Patientenversorgung.
Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte kürzlich Pläne an, rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren zur Rückkehr in ihre Heimat zu bewegen. Der Vorstoß stößt beim Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) auf scharfe Kritik. Die Organisation warnt, der Verlust dieser Fachkräfte würde die medizinische Versorgung schwer beeinträchtigen.
Die DKG argumentiert, dass der Weggang syrischer Ärzte und Pflegekräfte spürbare Versorgungslücken hinterlassen würde. Sollten die Krankenhäuser einen so bedeutenden Teil ihrer Belegschaft verlieren, könnte dies die Patientenversorgung deutlich verschlechtern.
Die Rückführungspläne der Regierung stehen damit im Widerspruch zu den Bedürfnissen des Gesundheitssektors. Die Kliniken sind auf syrische Fachkräfte angewiesen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ein größerer Abgang dieser Beschäftigten würde Lücken reißen, die sich nur schwer kurzfristig schließen ließen.






