18 June 2026, 00:12

"Südpfeil" am Berliner Stadtschloss entfacht Debatte über Kolonialgeschichte und Kunstfreiheit

Deutsche Regierung gibt fast 200.000 Euro für postkoloniale Kunstinstallation aus

"Südpfeil" am Berliner Stadtschloss entfacht Debatte über Kolonialgeschichte und Kunstfreiheit

Seit Mitte April ziert eine Kunstinstallation mit dem Titel Südpfeil die Ostfassade des Berliner Stadtschlosses. Das Werk des Künstlers Jürgen Mayer H. setzt sich mit historischen Ungerechtigkeiten und globaler Ungleichheit auseinander. Es ist Teil eines Projekts, das den Bereich um den Lustgarten und die Straße Unter den Linden als demokratischen und offenen Ort markieren soll.

Die deutsche Bundesregierung förderte das Vorhaben mit insgesamt 185.000 Euro. Davon entfielen 120.000 Euro auf die Umsetzung, 40.000 Euro auf die Wettbewerbskosten und 25.000 Euro auf Preisgelder. Laut Wettbewerbsausschreibung sollte das Kunstwerk die Vielfalt und Offenheit des Ortes widerspiegeln.

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Der Pfeil symbolisiert die Spannungen zwischen den industrialisierten Nationen und den ehemaligen Kolonien des Globalen Südens. Sein Design folgt linkspostkolonialen Deutungsmustern. Kritiker werfen dem Werk vor, es versuche, eine vermeintliche Wunde zu heilen, die durch den Wiederaufbau des Schlosses für das linksliberale Kulturestablishment entstanden sei.

Der AfD-Abgeordnete Matthias Helferich hat sich gegen die Förderung ausgesprochen. Er behauptet, die Installation belaste das Schloss mit dem „Mythos der weißen Schuld“ und verhindere, dass Preußen wieder Teil der deutschen Identität werde.

Der Südpfeil bleibt als staatlich finanzierte Stellungnahme zu historischen und zeitgenössischen Themen bestehen. Seine Präsenz löst weiterhin Debatten über kulturelles Gedächtnis und Kunst im öffentlichen Raum aus. Die Kosten und der Zweck des Projekts sind inzwischen Teil einer breiteren Diskussion in Berlin.

Quelle