Streit um WM-Ausschuss: Soll Mexiko-Stadt den Sondergremium reaktivieren oder abschaffen?
Paul MüllerStreit um WM-Ausschuss: Soll Mexiko-Stadt den Sondergremium reaktivieren oder abschaffen?
In der lokalen Politik gewinnt die Initiative an Fahrt, den Sonderausschuss für die Überwachung und Begleitung der Vorbereitungen zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wiederzubeleben. Die ursprünglich gegründete Gruppe, die die Vorbereitungen Mexiko-Stadts auf das Turnier überwachen sollte, stand wegen mangelnder Effektivität in der Kritik. Nun fordern einige Politiker ihre Reaktivierung, während andere sie lieber vollständig auflösen möchten.
Xóchitl Bravo, Fraktionsvorsitzende der Morena-Partei, treibt die Bemühungen voran, den Ausschuss durch lokale Initiativen neu zu starten. Ihr Ziel ist es, dessen Arbeit mit den Planungen der Stadtregierung für die Ausrichtung des Turniers in Einklang zu bringen. Allerdings kann der Ausschuss keine verbindlichen Entscheidungen treffen – seine Rolle beschränkt sich darauf, in anderen legislativen Debatten beratend zu World-Cup-bezogenen Vorhaben Stellung zu nehmen.
Royfid Torres, Fraktionschef von Movimiento Ciudadano, räumte ein, dass der Ausschuss nie ordnungsgemäß funktioniert habe. Stattdessen betonte er, die Regierung müsse nun die volle Verantwortung dafür übernehmen, dass die Stadt die Anforderungen des Turniers erfüllt. Seine Bedenken teilte Andrés Atayde, Koordinator der PAN, der zwar die problematische Anfangsphase des Gremiums einräumte, aber hofft, dass es dennoch eine sinnvolle Rolle spielen könnte.
Atayde warnte zudem vor erheblichen Defiziten in der Vorbereitung der Hauptstadt, insbesondere beim akuten Mangel an Unterkünften für inländische und internationale Besucher. Die Regierung steht vor der Aufgabe, Infrastrukturprojekte voranzutreiben und einen Fünf-Monats-Plan zur Turniervorbereitung umzusetzen. Unterdessen bezeichnete Jesús Sesma, PVEM-Vorsitzender und lokaler Abgeordneter, den Ausschuss als wirkungslos und forderte dessen Auflösung.
Die Debatte über die Zukunft des Gremiums spiegelt die größeren Sorgen wider, ob Mexiko-Stadt für die WM 2026 gerüstet ist. Die Abgeordneten sind uneins, ob die Wiederbelebung des Ausschusses die Kontrolle verbessern oder seine Auflösung die Regierung zu direkteren Maßnahmen zwingen würde. Angesichts des nahenden Turniers rückt nun in den Fokus, ob die Stadt ihre Infrastruktur- und Unterkunftslücken rechtzeitig schließen kann.






