Spätaussiedler-Zahlen sinken 2025 auf historischen Tiefstand
Im Durchgangslager Friedland wurden 2025 insgesamt 4.238 Spätaussiedler registriert, davon kamen 1.079 aus Kasachstan. Die Zahl stellt einen deutlichen Rückgang gegenüber den Vorjahren dar und setzt einen 15-jährigen Abwärtstrend fort. Während in den frühen 2000er-Jahren noch Zehntausende jährlich erfasst wurden, sind es heute nur noch wenige Tausend.
In den frühen 2000er-Jahren ließen sich jährlich über 38.000 Menschen aus Kasachstan in Deutschland registrieren. Bis 2010 sank diese Zahl auf 508. 2024 gab es einen leichten Anstieg auf etwa 2.546 kasachische Spätaussiedler, doch der Gesamttrend bleibt rückläufig.
2025 verzeichnete Friedland zudem 2.562 Ankömmlinge aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan. Das Lager dient Spätaussiedlern als erste Anlaufstelle und bietet Unterstützung bei der Registrierung und Integration.
Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig: Seit 2005 verschärfte Deutschland die Einwanderungsgesetze und strich Leistungen für Neuankömmlinge. Der Zerfall der Sowjetunion verringerte zudem die Zahl der Deutschstämmigen in den Nachfolgestaaten. Bessere wirtschaftliche Bedingungen in diesen Ländern dämpften die Auswanderungsbereitschaft zusätzlich. Hinzu kamen Sprachbarrieren, nicht anerkannte Berufsabschlüsse und Armut unter älteren Zugewanderten.
Die Zahl der kasachischen Spätaussiedler in Deutschland liegt heute nur noch bei einem Bruchteil des Spitzenwerts der frühen 2000er-Jahre. Durch strengere Gesetze und verbesserte Lebensbedingungen in den Herkunftsländern haben sich die jährlichen Registrierungen auf wenige Tausend eingependelt. Friedland bearbeitet zwar weiterhin Ankünfte, allerdings in deutlich geringerem Umfang als in den vergangenen Jahrzehnten.






