Schweiz verweigert Evakuierung gestrandeter Bürger auf Sokotra nach saudischen Angriffen
Lotta BrandtSchweiz verweigert Evakuierung gestrandeter Bürger auf Sokotra nach saudischen Angriffen
Die Schweizer Regierung hat sich geweigert, ihre auf der jemenitischen Insel Sokotra gestrandeten Staatsbürger zu evakuieren. Diese Entscheidung fällt nach erneuten saudischen Luftangriffen, die den Reiseverkehr im Süden des Jemens lahmgelegt haben. Behörden begründeten ihre Untätigkeit mit dem Prinzip der Eigenverantwortung.
In der Nacht auf Dienstag führte Saudi-Arabien neue Luftschläge im Jemen durch. Die Angriffe folgten auf einen Streit mit einem Führer des Südlichen Übergangsrats, einer separatistischen Gruppe. In der Folge wurden alle Flüge von und nach Sokotra gestrichen, wodurch eine kleine Gruppe Schweizer Staatsangehöriger nicht mehr ausreisen konnte.
Nach Schweizer Recht greifen Bundesbehörden nur ein, wenn Betroffene sich nicht selbst helfen können. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) erklärte, Reisen in den Jemen trotz offizieller Warnungen seien „fahrlässig“ gewesen. In diesem Fall gelte das Prinzip der Eigenverantwortung.
Die Schweizer Botschaft in Riad steht weiterhin mit den Betroffenen in Kontakt. Bisher wurden jedoch keine Evakuierungspläne bekannt gegeben. Der seit 2014 andauernde Bürgerkrieg im Jemen hat in den letzten Wochen erneut an Schärfe gewonnen.
Die gestrandeten Schweizer müssen nun selbst einen Weg von Sokotra finden. Aufgrund des anhaltenden Konflikts bleiben alle Flüge ausgesetzt. Das EDA hat klargestellt, dass keine staatlich organisierte Evakuierung stattfinden werde.






