Schweiz lehnt Nachrüstung von LKW-Warnsystemen gegen tote Winkel ab
Die Schweiz hat einen Vorschlag abgelehnt, ältere Lastwagen mit Warnsystemen für den toten Winkel nachzurüsten. Der Bundesrat lehnte einen Vorstoß des Tessiner Nationalrats Bruno Storni ab, der argumentierte, dass solche Nachrüstungen tödliche Unfälle verhindern könnten. Zwischen 2011 und 2024 forderten derartige Kollisionen 26 Todesopfer und Dutzende Verletzte.
Seit Mitte 2024 müssen alle neuen Lastwagen und Busse in der Schweiz über Assistenzsysteme verfügen, die Unfälle durch tote Winkel verhindern. Die Regierung entschied sich jedoch dagegen, ähnliche Nachrüstungen für ältere Fahrzeuge vorzuschreiben. Beamte verwiesen auf Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit vieler Warnsysteme, die häufig Fehlalarme auslösen und Radfahrer nicht zuverlässig erkennen.
Die geschätzten Kosten für die Nachrüstung der rund 60.000 zugelassenen Lastwagen hätten etwa 300 Millionen Schweizer Franken betragen. Dennoch argumentierte der Bundesrat, dass eine Nachrüstung allein das Problem nicht lösen würde. Er wies darauf hin, dass Lastwagen in der Schweiz in der Regel etwa acht Jahre im Einsatz bleiben – viele ältere Modelle würden daher ohnehin bald durch neuere, bereits ausgestattete Fahrzeuge ersetzt.
Storni hatte sich für die Nachrüstung eingesetzt und behauptet, dass bestehende Technologien wie akustische Warnsysteme tote Winkel für Fahrer vollständig beseitigen könnten. Die Regierung hielt jedoch daran fest, dass eine Kombination aus natürlicher Flottenerneuerung und verbesserten Vorschriften wirksamer sei als verpflichtende Nachrüstungen.
Die Entscheidung bedeutet, dass die Schweizer Lastwagenflotte ohne Nachrüstpflicht bleibt – trotz jahrelanger tödlicher und schwerer Unfälle im Zusammenhang mit toten Winkeln. Neuere Fahrzeuge werden weiterhin mit den notwendigen Sicherheitssystemen in Betrieb genommen, während ältere Lastwagen unverändert bleiben, sofern die Besitzer keine freiwilligen Nachrüstungen vornehmen.






